23. ilb 06. - 16.09.2023

Anneli Furmark

Anneli Furmark wurde 1962 in Vallentuna, Schweden, geboren und wuchs in Luleå auf. Sie studierte Bildende Kunst an der Umeå Academy of Fine Arts und konzentrierte sich zunächst vor allem auf die Malerei. Ihre Leidenschaft fürs Zeichnen und Schreiben führte zur Entstehung ihrer ersten Graphic Novel, »Labyrinterna och andra serier« [2002; Ü: Das Labyrinth und andere Comics], in der es ums Aufwachsen in einer kleinen Stadt in Nordschweden geht – ein Thema, das sie in ihren späteren Werken immer wieder aufgegriffen hat. Auch die Wechselwirkung zwischen Landschaft und Mensch sowie die Musik spielen in ihren bislang zehn Büchern oftmals eine große Rolle.

Anneli Furmark wurde bereits viermal mit dem schwedischen Comicpreis Urhunden ausgezeichnet: 2005 für »Amatörernas afton« [2004; Ü: Amateurabend], eine Sammlung von sechs Kurzgeschichten in Comicform, die u. a. von einem Mädchen erzählen, das aufhören möchte, die ganze Zeit nachzudenken, von einem Mann, der zu viele Erfahrungen gesammelt hat, und einer Frau und Mutter, die sich zu oft verliebt; 2008 für »Jamen förlåt då« [2007; Ü: Nun, es tut mir leid] mit Geschichten über das Erwachsenwerden, angesiedelt in Norrland, dem nördlichsten der drei schwedischen Landesteile; 2016 für »Den röda vintern« [2015; Ü: Der rote Winter], eine durch politischen Aktivismus verkomplizierte Liebesgeschichte, die im Schweden der 1970er-Jahre spielt; sowie 2021 für »Gå med mig till hörnet« [2020], die erste Graphic Novel von Anneli Furmark, die in deutscher Übersetzung erscheint [dt. »Bring mich noch zur Ecke«, 2022]. Elise, Mitte fünfzig, ist seit über zwei Jahrzehnten glücklich – oder zumindest zufrieden – verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Auf einer Party lernt sie Dagmar kennen. Was als SMS-Austausch beginnt, entwickelt sich bald zur leidenschaftlichen Affäre. Elise spricht ehrlich mit Henrik, ihrem Mann: Sie will ihn nicht verlassen, aber Dagmar dennoch weiterhin treffen. Es kommt zur Trennung. Während Henrik sich eine neue Partnerin sucht, bleibt Dagmar bei ihrer Frau und ihren zwei Kindern. Und Elise muss sich fragen, ob das, was sie von Dagmar bekommt, ihr ausreicht. Der mitunter skizzenhaft wirkende Stil der mit Aquarellfarben und Buntstift kolorierten Bilder fängt die lauten und leisen Emotionen der Figuren ein – mit einem besonderen Augenmerk auf die Welt der Dinge: »Irgendwie durchtränkt sie selbst alltägliche Gegenstände – eine Steppdecke, eine Kaffeetasse, eine frisch gewaschene Weste – mit einer unglaublichen Zärtlichkeit, so als hätten auch diese Dinge Gefühle«, schwärmte der »Guardian«.

Die Autorin lebt in Umeå.

Stand: 2022