Anke Stelling

Portrait Anke Stelling
© Rottkay

Anke Stelling, geboren 1971 in Ulm und in Stuttgart aufgewachsen, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und veröffentlichte mehrere Romane. »Bodentiefe Fenster« (2015), »eine zutiefst sarkastische und tieftraurige Abrechnung mit den Idealen der westdeutschen Nachkriegszeit« (Zeit Online), stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Es folgten »Fürsorge« (2017) über eine Mutter, die ein Verhältnis mit ihrem bei der Großmutter aufgewachsenen Sohn beginnt, und »Schäfchen im Trockenen« (2018), dessen Hauptfigur Resi den Zerfall ihrer Clique beschreibt: Während die alten Freund*innen dank elterlichem Erbe ein Eigenheim bauen können, muss Resi sehen, wo sie bleibt. Der Roman wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Stellings erstes Kinderbuch »Erna und die drei Wahrheiten« (2017) dreht sich um die elfjährige Erna, die mit ihrer Familie in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt lebt und ein alternatives Schulprojekt in Berlin besucht. Zwar geben sich in ihrem Umfeld alle sozial und tolerant, doch Erna deckt Ungerechtigkeiten auf und entlarvt die Doppelmoral der Erwachsenenwelt. Der Roman wurde vom Deutschlandfunk auf die Liste der besten sieben Bücher für junge Leser*innen gewählt und 2017 in den Buchempfehlungskatalog »White Ravens« aufgenommen, der alljährlich zweihundert internationale Bilder-, Kinder- und Jugendbücher vorstellt, die wegen ihrer innovativen literarischen und bildgestalterischen Qualität oder wegen ihrer universellen Themen für ein breites Publikum interessant sind. »Freddie und die Bändigung des Bösen« (2020) ist ihr zweiter Roman für Kinder. Im Mittelpunkt stehen Freddie und Mattis, die seit der Kita befreundet sind. Inzwischen gehen sie längst zur Schule. Mattis ist vorlaut und hat Flausen im Kopf, Freddie ist eher zurückhaltend. Wenn Mattis etwas anstellt, macht er trotzdem mit – doch auch die älteste Freundschaft hat ihre Grenzen.

2019 erhielt Stelling für ihr literarisches Schaffen den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. »Anke Stellings Prosa analysiert auf hoch sensible Weise die Mittelstandsgesellschaft der Gegenwart«, so die Begründung der Jury. »Ebenso neugierig wie mitunter zornig, vor allem aber mit den eigentlichen Erkenntnisformen des Poetischen: mit Genauigkeit, Feinfühligkeit und Witz.« Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Berlin.