23. ilb 06. – 16.09.2023

Angela Winkler

Angela Winkler, geboren 1944 in Templin, wurde als Schauspielerin durch die Filme »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« (1975) und »Die Blechtrommel« (1979) von Volker Schlöndorff international bekannt. Am Theater arbeitete sie mit Regisseuren wie Peter Zadek und Robert Wilson zusammen. Für ihre darstellerischen Leistungen erhielt sie u. a. den Deutschen Filmpreis, den Gertrud-Eysoldt-Ring und zuletzt den Deutschen Schauspielpreis 2019 in der Kategorie Theaterpreis. 2011 veröffentlichte sie mit »Ich liebe dich, kann ich nicht sagen« ihr Debütalbum als Sängerin.

Unter dem Titel »Mein blaues Zimmer« erschien 2019 ihre erste literarische Veröffentlichung. In Form von autobiografischen Skizzen schaut Angela Winkler darin auf ihr Leben zurück. Sie erzählt von ihrer Arbeit mit berühmten Regisseuren, ihren Auftritten als Sängerin, ihrer Beziehung zu dem Bildhauer Wigand Witting und ihren vier Kindern – ihre Tochter Nele, die das Downsyndrom hat, ist ebenfalls Schauspielerin geworden und Ensemblemitglied bei RambaZamba, einem inklusiven Theater in Berlin. Oftmals lebte die Familie an abgelegenen Orten, inmitten der Natur – in Italien und Norddeutschland, in der Auvergne und der Bretagne. Entstanden ist ein Buch aus Tagebucheinträgen und Notizen, verfasst hat Angela Winkler es zusammen mit der Dramaturgin Brigitte Landes. »Ich schreibe eigentlich dauernd!«, so die Schauspielerin in einem Interview mit dem »Tagesspiegel«. »Es passiert doch so viel im Leben, und man vergisst so viel.« Nicht chronologisch geordnet, sondern augenscheinlich mit großer Spontaneität und einer gewissen Exzentrik arrangiert, stehen bedeutsame und alltägliche Ereignisse, Beobachtungen und Gedanken nebeneinander, ergänzt durch viele private Fotos. Dass das Leben ihr wichtiger ist als die Schauspielerei, stellt Angela Winkler dabei gleich zu Beginn klar. Immer wieder hat sie Auszeiten von ihrem Beruf genommen, um ihrer Liebe zum Land- und Familienleben genügend Raum zu geben. »Sie nimmt alles, was geschieht, persönlich und wandelt es aus ihrer speziellen Perspektive ins Allgemeingültige um – ohne Grenzen, ohne Zwänge, ohne Schutzmantel, aber mit einem offenen, weiten Blick. Ihre Notate sind assoziativ bis zur reflektierten Sprunghaftigkeit, ungebunden im freimütigen Glauben an die eigene Leidenschaft und Wahrheit. Ohne Klatsch und Tratsch spricht sie von Ereignissen vor und hinter dem Vorhang«, so die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«.

Angela Winkler ist bis heute als Schauspielerin tätig; zuletzt war sie beispielsweise in der Fernsehserie »Dark« (2017–2020) zu sehen. Sie lebt in Berlin und in der Bretagne.