22. ilb 07. - 17.09.2022

Ana Penyas

Die spanische Illustratorin Ana Penyas wurde 1987 in Valencia geboren. Sie hat einen Abschluss in Industriedesign und in Bildender Kunst von der Universidad Politécnica de Valencia. Ihre Arbeiten zeigte sie auf Einzelausstellungen, zum Beispiel in Lissabon und in Valencia, aber auch bei diversen Gruppenausstellungen. Sie arbeitete als Illustratorin für das »Pikara Magazine« und für zahlreiche Print- und Internetmedien. Ihre Serie »Viaje al interior« [Ü: Reise ins Innere] erhielt 2015 eine besondere Erwähnung bei der Verleihung des Iberoamérica Ilustra. Ein Jahr später gewann sie den VII. Catálogo Iberoamericano Ilustra mit »Buscando un sitio« [Ü: Auf der Suche nach einem Ort]. 2016 erhielt sie den Premio Internacional de Novela Gráfica Fnac-Salamandra Graphic, was ihr die Möglichkeit zur Veröffentlichung einer ersten Graphic Novel gab.

»Estamos todas bien« [2017; Ü: Uns allen geht es gut] ist eine Hommage an die Nachkriegsfrauen aus feministischer Sicht. Inspiriert wurde sie dazu durch die Gespräche mit ihren eigenen Großmüttern: »Die Frauen dieser Generation, um die wir uns nicht so kümmern, wie sie sich um uns gekümmert haben, waren schon immer ein Anhängsel im Leben anderer: die Frau von, die Mutter von oder die Großmutter von. Wie Maruja und Herminia. Ihren Anekdoten, ihren Ideen und ihrer Welt widmet sich diese Hommage, ein Buch, das sie zu Protagonisten machen will.« In gestalterischer Hinsicht dominieren warme Töne, vor allem ein rosiges Rot, das die Autorin mit ihrer eigenen Großmutter assoziiert. Nach und nach weicht die Kraft dieser Farbe vor eine Reihe anderer Farbtöne wie Ocker, Grau, Kastanienbraun, was Wärme, Alltag und Reife vermittelt sowie Weisheit und Geduld. Für ihre Graphic Novel, die vor allem persönliche und generationenbezogene Erinnerungen visualisiert, wurde Penyas 2018 als erste Frau mit dem höchsten spanischen Comicpreis Premio Nacional del Cómic ausgezeichnet. 2017 schuf sie die Illustrationen zu Alberto Hallers »En Transición«, in dem von der Zeit des Übergangs zur Demokratie in Spanien nach der Zeit Francos erzählt wird. Gezeigt werden die gesellschaftlichen Brüche, das Vergessen und die Dissonanzen anhand von Konflikten einfacher Menschen in der Nachbarschaft, wenn sich die Erinnerung dem Schweigen entgegenstellt.

Penyas illustrierte außerdem das Kinderbuch »Mexique. El nombre del barco« [2017] für Kinder ab fünf Jahren, in dem María José Ferrada die wahre Geschichte von 456 Kindern erzählt, die im Spanischen Bürgerkrieg unbegleitet mit einem Ozeandampfer nach Mexiko geschickt wurden. Ihre jüngste Graphic Novel »Todo bajo el sol« [2021; dt. »Sonnenseiten«, 2022] widmet sich thematisch dem Prozess der Umwandlung der Levante-Küste in einen Ort des Massentourismus Anfang der 1960er-Jahre anhand der Geschichte einer Familie, die unter deren verheerenden Folgen zu leiden hat. Das Buch erhielt 2021 den IV. Premio ACDCómic für das beste nationale Werk. Gegenwärtig arbeitet sie am Institute of Modern Art of Valencia IVAM gemeinsam mit der Sozialwissenschaftlerin Alba Herrero an der Ausstellung »En una casa. Genealogía del trabajo del hogar y los cuidados«, einer Genealogie der Hausangestellten in Valencia, die im November 2023 eröffnet wird.

Ana Penyas lebt in Sevilla.

Stand: 2022