24. ilb
Abendprogramm: 05. – 14.09.2024
Junges Programm: 09. – 18.09.2024

Aufruf – Das Ungeheuerliche nicht hinnehmen!

[© Ahmed Zalabany, Unsplash]
[© Ahmed Zalabany, Unsplash]

Berlin, 24. Februar 2023 – Start um 16.00 Uhr am Café Kyjiw
(vormals Café Moskau, Karl-Marx-Allee 34)
Abschlusskundgebung ca. 18.00 Uhr am Brandenburger Tor

Der Krieg gegen die Ukraine zieht sich nun schon ein quälend langes Jahr. Vor unseren Augen spielt sich ein Vernichtungskrieg ab, wie ihn Europa seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gesehen hat. Zehntausende ukrainische Soldaten und Zivilisten wurden bisher getötet, noch viel mehr verwundet. Ganze Städte liegen in Trümmern, Wohnquartiere werden bombardiert. Russland greift gezielt die Energieversorgung an – die Ukraine soll in Kälte und Dunkelheit versinken. Russische Truppen setzen Vergewaltigung als Waffe ein. Kriegsgefangene und Zivilisten werden gefoltert. Deportierte ukrainische Kinder werden in Russland zur Adoption angeboten. Etwa 14 Millionen Ukrainer/innen mussten fliehen, die Hälfte davon ins Ausland.
In der Summe erfüllen diese Gräuel zentrale Kriterien der Völkermord-Konvention der Vereinten Nationen.

Russlands Krieg zielt nicht nur auf die Unterwerfung der Ukraine, der jede nationale Eigenständigkeit ausgetrieben werden soll. Er ist zugleich ein Frontalangriff auf das Völkerrecht und die europäische Friedensordnung. Wenn Putin damit durchkommt, geht ganz Europa finsteren Zeiten entgegen. Der russische Neo-Imperialismus muss in der Ukraine gestoppt werden, sonst ist der nächste Krieg nur eine Frage der Zeit.

Gemessen an den Jahren zuvor hat sich die deutsche Politik in den letzten Monaten ein großes Stück bewegt. Aber gemessen an der Tragödie, die die Ukraine erlebt, kommt unsere Unterstützung immer noch zu zögerlich. Die Lieferung von Leopard-Panzern ist ein wichtiger Schritt, weitere müssen folgen. Die Ukraine braucht jetzt die Bewaffnung, um die Luftangriffe zu unterbinden und ihr Staatsgebiet von russischer Besatzung zu befreien.

Unsere Furcht vor Putins Drohung, den Krieg zu eskalieren, gibt ihm freie Hand, die Gewalt gegen die Ukraine immer mehr zu steigern. Wir dürfen nicht zusehen, wie ein europäisches Land, das für seine Freiheit und Unabhängigkeit kämpft, vernichtet wird. Das ist nicht nur eine Frage der Solidarität mit der Ukraine, sondern unserer eigenen Sicherheit, unserer Werte und unserer Selbstachtung.

Waffen sind das eine. Gleichzeitig braucht die Ukraine massive finanzielle und technische Hilfe. Nicht zuletzt müssen die politisch Verantwortlichen für die russischen Kriegsverbrechen auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

Jeder Krieg ist eine humanitäre Katastrophe. Aber in diesem Fall führt der Weg zu einem gerechten Frieden nur über ein Scheitern der russischen Aggression. Die demokratische Welt muss ihr Gewicht in die Waagschale werfen, damit die Ukraine diesen Krieg gewinnen kann.

Kommt alle und zeigt Eure Solidarität mit der Ukraine!
Ihre Sache ist auch unsere Sache.

Unterzeichner/innen (DE)

Felix Ackermann, Aleida Assmann, Jan Assmann, Gerhart Baum, Marieluise Beck, Marianne Birthler, Agnieszka Brugger, Reinhardt Bütikofer, Dany Cohn-Bendit, Reimer Boy Eilers, Joschka Fischer, Peter Franck, Ute Frevert, Michel Friedman, Ralf Fücks, Mario Giordano, Gustav Gressel, Peter Gülke, Yuriy Gurzhy, Uwe-Michael Gutzschhahn, Rebecca Harms, Finn-Ole Heinrich, Lorenz Just, Wladimir Kaminer, Andreas Kappeler, Roderich Kiesewetter, Burghart Klaussner, Gerd Koenen, Sybille Krämer, Sergey Lagodinsky, Norbert Lammert, Claus Leggewie, Thomas Lehr, Michael Lentz, Sabine Leutheusser Schnarrenberger, Renate Liesmann-Baum, Marko Martin, Carlo Masala, Markus Meckel, Stefan Melle, Philipp Misselwitz, Herta Müller, Wolfgang Niedecken, Jan Plamper, Ruprecht Polenz, Katharina Raabe, Klaus Reichert, Thomas Roth, Norbert Röttgen, Manfred Sapper, Stefanie Schiffer, Karl Schlögel, Peter Schneider, Ulrich Schreiber, Hermann Schulz, Martin Schulze-Wessel, Volker Stanzel, Tobias Steinfeld, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Johano Strasser, Andreas Umland, Robin Wagener, Georg Witte, Michael Wolffsohn

Internationale Unterstützer/innen des Aufrufs

Swetlana Alexijewitsch, Margaret Atwood, Paul Auster, Ricardo Azevedo, Giovanni Bachelet, Zsofia Ban, Anneke Brassinga, Brian Castro, Amir Hassan Chehelta, Biyu Suarez de Jaldin, Radka Denemarkov, Lidija Dimkovska, Ariel Dorfmann, Jon Doust, György Dragomán, Lennard Eng, Catalin Florescu, Filip Florian, Paulo Giordano, Milton Hatoum, Stanka Hrastelj, Siri Hustved, Gerald Jatzek, Elfriede Jelinek, Rambharos Jha, Nuno Judice, Peter Stephan Jungk, Archil Kikodze, Enne Koens, Remko Leemhuis, Yang Lian, Tienchi Liao-Martin, Norman Manea, Ian McEwan, Vera Michalski-Hoffmann, Makena Onjerika, Peter Pabisch, Connie Palmen, Xu Pei, Patricio Pron, Nguyen Le Nhan Quyen, Sergio Ramirez, Peter Ross Range, Ahmed Rashid, Willem M. Roggeman, Mohammed Abu Rummam, Alejandro SanchezAizcorbe, K. Satchidanandan, Irina Sherbakova, Mikhail Shishkin, Rafał Skarżycki, Timothy Snyder, Catarina Sobral, Piotr Sommer, Wole Soyinka, Gayatri Chakravorty Spivak, Valeriu Stancu, The Tjong-Khing, Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki, Tanja Tuma, Igor Tuveri, Amir Valle, Adriaan van Dis, Manuel Vilas, Haris Vlavianos, Jan Erik Vold, Catherine Vuylsteke, Liao Yiwu