| Liebes Publikum, alles neu macht der Mai… Und so gibt es seit Beginn dieses Monats, eine neue Folge unseres Podcasts »Read, Read, Read« online zu hören. Hinter dem Titel »Why We Are So Into Rules?« verbirgt sich ein am 13. September 2016 geführtes Gespräch zwischen David Graeber und Philip Grassmann auf dem 16. ILB. Als Teil des Symposiums »Ungleichheit im 21. Jahrhundert. Fortschritt, Kapitalismus und globale Armut« bringt es etwas Licht ins Dickicht kapitalistischer Wirtschaftssysteme und animiert zum Hinterfragen bestehender Ordnungen. Der bekennende Anarchist und Kulturanthropologe David Graeber war bekannt dafür, sich den unbequemen Fragen zu stellen. In seinem Buch »Bürokratie. Die Utopie der Regeln« (aus dem Englischen von Hans Freundel und Henning Dedekind, Klett Cotta Verlag, 2016) geht er dem Phänomen nach, warum wir weitreichende bürokratische Strukturen akzeptieren, obwohl wir sie meistens für absurd halten. In der 7. Podcastfolge geht es also vor allem um die von Graeber herausgestellte Tatsache, dass Bürokratie viel mehr ist als nur ineffiziente Verwaltung. Sie organisiert in erster Linie Macht und stabilisiert bestehende Verhältnisse. Als einer der größten Kritiker des amerikanischen Turbokapitalismus warnte der Autor zeitlebens vor den Konsequenzen der großen Allianzen zwischen Finanzwelt und Staatsapparat, so wie sie aktuell die Tech-Elite in den USA mit der Trump-Regierung eingeht. Ich bin stolz darauf, Ihnen mit dieser neuen Folge die Gedanken eines der unkonventionellsten Denker des 21. Jahrhunderts zu Ohren zu führen. Angesichts der momentanen weltwirtschaftlichen Lage scheinen sie mir aktueller denn je… Zu den Podcastfolgen geht es hier | apple und hier | spotify |
| David Graeber © Hartwig Klappert |
