Archiv: Programm Archiv

Schreiben – Zwischen – Welten

»Exil ist das Land der Zwischenräume« [Ilija Trojanow]. Was passiert beim Schreiben, wenn der Wohnort und das vertraute Umfeld plötzlich nicht mehr zugänglich sind? Taqi Akhlaqi, Alhierd Bacharevič, und Stella Nyanzi mussten aus politischen Gründen ins Exil gehen. Sie sprechen über ihre Erfahrungen bei der Suche nach Halt und über

Tradwife Reloaded

Frauenrechte sind Menschenrechte. Weltweit treten Frauen in autokratischen Systemen, wie dem Iran oder Belarus, unter Lebensgefahr für ihre Gleichberechtigung und Freiheit ein; während parallel in demokratisch regierten Ländern ein Social-Media-Trend entsteht, der ein ultrakonservatives Frauenbild wiederbelebt: Kinder, Küche, Kirche. Shila Behjat kommt mit der iranischen Autorin Aliyeh Ataei und der

ISABELLA HAMMAD: Enter Ghost. Renarrating Palestine

Als die 38-jährige Schauspielerin Sonia nach Jahren in London ihre Familie in Haifa besucht, wird ihr bewusst, wie komplex ihr Verhältnis zu Palästina ist. Sie lernt eine Theaterregisseurin kennen, schließt sich einer Hamlet-Inszenierung im Westjordanland an, doch die Proben geraten unter Druck: israelische Kontrollen und Verhaftungen prägen den Alltag der

You Glow in the Dark – Eine Performance

Nach einem radiologischen Zwischenfall geraten Systeme ins Wanken. Eine Gruppe leistet Widerstand – mit Ritualen, Bewegung, Musik. Basierend auf »You Glow in the Dark«, einer Erzählung der bolivianischen Schriftstellerin Liliana Colanzi, inszeniert die Compañía La Soledad eine dichte, interdisziplinäre Performance. Es geht um Angst, Kontrolle, Beharrlichkeit – und um das

GEORGI GOSPODINOV: Der Gärtner und der Tod

Wie nimmt man Abschied von den Eltern? Ein Sohn – weltbekannter Schriftsteller – begleitet seinen sterbenden Vater, einen passionierten Raucher und Gärtner, während seiner letzten Monate. Selbst schwerkrank lässt dieser nicht vom Säen und Jäten ab. Der Garten im bulgarischen Dorf überdauert seinen Tod. Mit dieser Hommage an seinen Vater

Sprachgewalt

Sprache schafft Wirklichkeit – Worte prägen unser Denken, Metaphern verschieben Bedeutungen, und Begriffe können ganze Weltbilder formen oder verzerren. Der Übersetzer Olivier Mannoni hat sich bei der Übersetzung von Hitlers »Mein Kampf« intensiv mit der zerstörerischen Kraft von Sprache auseinandergesetzt. Gemeinsam mit dem Journalisten Nikolaus Blome und dem Philosophen Tim

KEV LAMBERT: Möge uns die Freude bleiben

Mit Projekten weltweit und eigener Netflix-Serie steht Céline Wachowski kurz vor dem Höhepunkt ihrer Karriere als Architektin. Doch ihr erstes Großprojekt in Montréal wird zum Desaster: Gentrifizierung, soziale Kälte, öffentlicher Protest. Nach dem Sturz als CEO stellt sich die Frage: Welche Geschichten erzählen sich die Mächtigen, um ihre Privilegien zu

ANTON WEIL: Literatur hinter Gittern. Super einsam

»Literatur hinter Gittern« ist eine jährlich vom ilb veranstaltete Reihe, die bekannte Autor:innen und ihre Werke in Berliner Justizvollzugsanstalten bringt. 2025 liest Anton Weil aus seinem Debütroman »Super einsam« – die Geschichte eines Sohnes, der das Tagebuch seiner verstorbenen Mutter liest und sich mit der einsamen, angsteinflößenden und oft frustrierenden

SAMANTHA HARVEY: Umlaufbahnen

Sechs Astronaut:innen kreisen 16 Tage und Nächte in der ISS um die Erde, sammeln Daten, beobachten das Wetter – und vor allem: die Welt. Zwischen Gletschern, Stürmen und stiller Schönheit denken sie über Verlust, Verbundenheit und Verletzlichkeit nach, über Nationalgrenzen und den Klimawandel. In poetischen Bildern erzählt Samantha Harveys Roman

›Lesensgeschichten‹ Mit ANNETT GRÖSCHNER: Schwebende Lasten

Das ilb ist dort, wo sein Publikum ist: etwa in der Vivantes Hauptstadtpflege. Hanna Krauses Leben umspannt Welten: Im Kaiserreich ist sie aufgewachsen, als Floristin hat sie in der NS-Zeit gearbeitet, auf dem Bau in der DDR fuhr sie Kran. Annett Gröschners Roman zeigt ein Magdeburg, das es so nicht

Radikal gegenwärtig: Debütabend mit NORA OSAGIOBARE & OZAN ZAKARIYA KESKİNKILIÇ

Zwei Debütromane, die es in sich haben und eine Einladung durch die junge deutschsprachige Literaturszene zu streunern: In »Daily Soap« von Nora Osagiobare kämpft Toni in Zürich mit Rassismus, Migräne und dem Wahnsinn ihrer Familie – »ein wildes Lesevergnügen« [SWR2]. Ozan Zakariya Keskinkılıç‘ »Hundesohn« folgt Zeko zwischen Berlin und Adana,

Gesellschaft im Wandel – Zhang Yueran über Erinnerung und das heutige China

Wie hat sich die chinesische Gesellschaft seit dem Ende der Mao-Ära verändert? Welche Brü-che prägen die Generationen, und wie gehen junge Chines:innen mit der Vergangenheit um? Zhang Yueran, eine der wichtigsten literarischen Stimmen Chinas erkundet in ihren Romanen familiäre und gesellschaftliche Konflikte, thematisiert Schuld, Erinnerung und Verantwortung. Im Gespräch reflektiert