
Sönke Neitzel
- Zu Gast beim ilb: 2025
geboren 1968 in Hamburg, ist Historiker und Professor für Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt am Historischen Institut der Universität Potsdam. Nach dem Abitur studierte er Neuere Geschichte, Publizistik und Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und promovierte über den Einsatz der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Von 2011 bis 2012 war er Professor für Modern History an der University of Glasgow, anschließend bis 2015 Professor für International History an der London School of Economics. Seit 1996 ist Neitzel regelmäßig als fachwissenschaftlicher Berater für Redaktionen historischer TV-Dokumentationen und Filmproduktionen tätig. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge zur deutschen Geschichte, insbesondere zur Rolle des Militärs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Internationale Beachtung fanden seine Bücher »Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945« [2005] und »Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben« [2011]. Beide Werke gelten als zentrale Beiträge zur endgültigen Widerlegung des Mythos von der »sauberen Wehrmacht«, da sie anhand authentischer Selbstzeugnisse das breite Mitwissen und die Beteiligung auch hochrangiger deutscher Soldaten an Kriegsverbrechen und dem Holocaust – insbesondere an der Ostfront – dokumentieren. 2020 veröffentlichte Neitzel das viel beachtete Buch »Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik – Eine Militärgeschichte«. In seiner aktuellen Publikation beschäftigt er sich mit der Geschichte der Deutschen Bundeswehr von der Wiederbewaffnung bis zur Zeitenwende.
Stand: 2025
Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942–1945
Propyläen Verlag
Berlin, 2005
Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben [mit Harald Welzer]
S. Fischer Verlag
Frankfurt am Main, 2011
Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik – Eine Militärgeschichte
Propyläen Verlag
Berlin, 2020
Die Bundeswehr. Von der Wiederbewaffnung bis zur Zeitenwende
C.H. Beck
München, 2025