Melba Escobar de Nogales  [ Kolumbien ]

Biographie

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(c) Claudia Rubio

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Bogotá sueña, la ciudad por los niños
Icono
Bogotà, 2007
Duermevela
Planeta
Bogotá, 2010
La casa de la belleza
Planeta
Bogotá, 2017
Das Glück ist ein Fisch
[Ill. Elisabeth Bulles]
Baobab
2018
[Ü: Jochen Weber]

Melba Escobar de Nogales wurde 1976 in Cali in Kolumbien geboren. Sie studierte Literatur an der Universidad de los Andes in Bogotá.
Ihre erste Veröffentlichung war die Dokumentation »Bogotá sueña, la ciudad por los niños« (2007; Ü: Bogota träumt, die Stadt der Kinder). Ausgerüstet mit Foto- und Filmkameras, stellte sie in Begleitung eines Fotografen den Kindern der Stadt die Frage, wovon sie träumen. Die Interviews dauerten zwischen zehn und zwanzig Minuten und zeigten die Ängste, Wünsche, Bedürfnisse und Erinnerungen, die mit dem Wort Traum assoziiert wurden. Melba Escobar suchte in Bogotá etwa dreißig Orte auf und verfügte am Ende über mehr als dreihundert Interviews und Hunderte von Fotografien, aus denen ein vielschichtiges Bild der Generation der Jüngsten von Bogotá entstand: Kinder, die arbeiten müssen, vertrieben wurden, misshandelte Mädchen, Waisen, aber auch privilegierte Kinder – eine Generation, die geprägt ist von dem Wunsch nach einer besseren Zukunft für die Stadt. Ihren ersten, autobiografisch geprägten Roman »Duermevela« (Ü: Schlafen) veröffentlichte Melba Escobar 2010; 2017 erschien ihr Thriller »La casa de la belleza« (Ü: Das Haus der Schönheit). Im Zentrum der Handlung steht die Stylistin Karen aus Cartagena, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach Bogotá zieht. In dem Schönheitssalon, in dem sie fortan arbeitet, wird sie von der illustren Kundschaft ins Vertrauen gezogen: sei es eine anerkannte Psychoanalytikerin, die Frau eines Kongressabgeordneten oder eine bekannte Fernsehmoderatorin. In diesen Bekenntnissen kann Karen schließlich den Schlüssel finden, um den Mord an einem Kunden aufzuklären. 2014 erschien Melba Escobars erstes und bislang einziges Kinderbuch »Johnny y el mar« (dt. »Das Glück ist ein Fisch«, 2018), das sich an Kinder ab neun Jahren richtet. Darin wünscht sich der kleine Pedro nichts sehnlicher, als das Meer zu sehen. Zu seinem zehnten Geburtstag bekommt er von seiner Mutter eine Reise auf eine Insel geschenkt. Schon träumt er vom Wasser in sieben Farben, von einer Begegnung mit Piraten. Aber die Reise gestaltet sich anders, als Pedro es dachte. Als er erfährt, warum sein Vater nicht mitgekommen ist, rennt er wütend in die Nacht hinaus und findet am Strand die Hütte eines alten Seemanns, der denselben Namen trägt wie der englische Seeräuber, der Hunderte von Jahren zuvor auf dieser Karibikinsel gelandet ist. Pedro erlebt im Laufe des Geschehens größten Schmerz, aber auch Glück, und er lernt, dass er sich nur finden kann, wenn er sich erst einmal verloren hat.
Melba Escobar arbeitet auch als Journalistin; so schreibt sie für die Tageszeitung »El País« in Cali, wo sie 2013 zur besten Kolumnistin gewählt wurde, und verfasste u. a. Reportagen über Tauchexpeditionen an der kolumbianischen Pazifikküste. Sie wurde ausgezeichnet mit einem National Creation Grant des Kulturministeriums, lehrte 2012 in den USA und war Stipendiatin der Santa Fe University of Art and Design. Die Autorin lebt und arbeitet in Bogotá.

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