Marcin Szczygielski  [ Polen ]

Biographie

Portrait Szczygielski
(c) Marcin Szcygielski

Gast des ilb 2018.

Bibliographie

Omega
Instytut Wydawniczy Latarnik
Warschau, 2009
Sanato
Instytut Wydawniczy Latarnik
Warschau, 2014
Flügel aus Papier
S. Fischer
Frankfurt a. M., 2015
[Ü: Thomas Weiler]
Hinter der blauen Tür
S. Fischer
Frankfurt a. M., 2016
[Ü: Thomas Weiler]
Klątwa dziewiątych urodzin
Bajka
Warschau, 2016

Marcin Szczygielski, geboren 1972 in Warschau, ist nicht nur bekannt als Autor von satirischen Romanen und Theaterstücken für Erwachsene, sondern auch für seine Kinder- und Jugendromane, die durch zahlreiche Ehrungen bei polnischen, österreichischen und deutschen Kinder- und Jugendbuchwettbewerben Anerkennung fanden. Als Jugendbuchautor debütierte Szczygielski 2009 mit dem Science-Fiction-Roman »Omega«. Es folgte der Abenteuer-Fantasy-Roman »Za niebieskimi drzwiami« (2010; dt. »Hinter der blauen Tür«, 2016), der von Mariusz Paleja 2015 verfilmt wurde und 2013 in Teilen in Lehrbücher für die polnische Sprache einging. Der Roman handelt vom kleinen Lukasz, dessen Mutter im Krankenhaus liegt und bei dem plötzlich eine Tante auftaucht, um ihn kurzerhand mitzunehmen. Lukasz findet sich in einer heruntergekommenen Pension auf dem Land wieder, wo er eine blaue Tür entdeckt. Dahinter erschließt sich ihm eine magische Welt mit Schlangenvögeln und einem Schneider mit magischen Kräften. Doch das zunächst friedliche Bild wird zum Albtraum, als sich die Tante in ein Spinnenmonster verwandelt. Nun ist es an Lukasz, sie zu retten und das Böse zu besiegen. »Czarny Młyn« (2011; Ü: Schwarze Mühle) schrieb Szczygielski für den Astrid-Lindgren-Wettbewerb, es wurde zum besten der insgesamt 580 anonym eingereichten Vorschläge gewählt. Denselben Preis erhielt er auch für den Roman »Arka Czasu« (2013; dt. »Flügel aus Papier«, 2015), der zudem in die Schatzliste des Kinderbuchmuseums aufgenommen wurde. Die Handlung ist im Warschauer Getto 1942 angesiedelt; auf anrührende und zugleich ungewöhnlich freie Weise erzählt Szczygielski hier vom Holocaust: Der kleine Rafal lebt mit seinem Großvater im Getto, sein Alltag ist von Leid und Elend geprägt. Sicherheit und Ruhe empfindet Rafal nur, wenn er lesen kann. Durch seine Lektüre verwischen nach und nach die Grenzen zwischen Realität und Traum, und als er nach seiner Flucht aus dem Getto von Nazis aufgegriffen wird, erlebt er in einem Traum eine wundersame Rettung durch den Helden aus seinem Lieblingsbuch. »Mit dem zeitlichen Abstand und dem Verschwinden der letzten Zeitzeugen erscheinen nun vermehrt Bücher und Filme, in denen freier, spielerischer mit den Themen und Stoffen der NS-Zeit umgegangen wird […]. Für erwachsene Leser ist das – je nach Geschmack – eine Zumutung oder ein ästhetischer Reiz, für Kinder dagegen – man kann es nicht anders sagen – ein faszinierendes und spannendes Abenteuer« (»DIE WELT«).
Marcin Szczygielskis Bücher wurden bislang ins Deutsche, Russische, Spanische, Englische, Tschechische und Ukrainische übersetzt und erhielten zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Seine Theaterstücke wurden auf Bühnen in Polen, Großbritannien und Tschechien inszeniert. Seit 2012 ist er Mitglied im Polnischen Schriftstellerverband. Er arbeitet zudem als Grafiker und lebt in Warschau.

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