Elena Ferrante  [ Italien ]

Biographie

Portrait Eva Mattes (Elena Ferrante)
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2016.

Bibliographie

Lästige Liebe

S. Fischer

Frankfurt a. M., 1994

[Ü: Stefan Wendt]

Meine geniale Freundin

Band 1 der Neapolitanischen Saga (Kindheit und Jugend)

Suhrkamp

Berlin 2016

[Ü: Karin Krieger]

Die Geschichte eines neuen Namens

Band 2 der Neapolitanischen Saga

Suhrkamp

Berlin 2017

[Ü: Karin Krieger]

Die Geschichte der getrennten Wege

Band 3 der Neapolitanischen Saga

Suhrkamp

Berlin 2017

[Ü: Karin Krieger]

Die Geschichte des verlorenen Kindes

Band 4 der Neapolitanischen Saga

Suhrkamp

Berlin 2017

[Ü: Karin Krieger]

Elena Ferrante ist das Pseudonym einer italienischen Schriftstellerin. Informationen zu ihrer wahren Identität sind rar, lassen sich aber aus Antworten auf Journalistenfragen und in Briefen von ihr eruieren: So wuchs sie anscheinend in Neapel auf, lebte zeitweise außerhalb von Italien, besitzt einen Abschluss in Altphilologie und bezeichnet sich selbst als Mutter. Neben dem Schreiben ist sie nach eigener Aussage als Übersetzerin tätig. Während die Suche nach ihrer wahren Identität zu einer Art Gesellschaftsspiel literarischer Kreise in Italien geworden ist~– so wurde etwa im März 2016 die Professorin Marcella Marmo vorgeschlagen, die solche Spekulationen wie bereits andere Autorinnen und Autoren zuvor zurückwies~–, hält es Ferrante für eine Fehlentwicklung, dass in der Öffentlichkeit heute die Person eines Schriftstellers wichtiger sei als sein Werk, und vertritt die Ansicht, dass einmal vollendete Romane keine Autorenschaft mehr benötigen.

1992 erschien ihr Debütroman »L’amore molesto« (dt. »Lästige Liebe«, 1994), in dem sich eine junge Frau, angestoßen durch den ungeklärten Tod ihrer Mutter, mit deren Persönlichkeit und schließlich auch ihrer eigenen Vergangenheit und Herkunft aus einer aus Neapel stammenden Großfamilie auseinandersetzt. Erst zehn Jahre später erachtete Ferrante ein weiteres Manuskript einer Veröffentlichung für würdig. Etwa die Hälfte des Buches »I giorni dell’ abbandono« (dt. »Tage des Verlassenwerdens«, 2003) nimmt dabei die Schilderung eines einzigen Tages ein: Die Ich-Erzählerin ist unvorhergesehen von ihrem Mann verlassen worden und zweifelt wahnhaft alles an, was ihr Leben bisher ausgemacht hat~– ihr Familienleben, ihre Mutterrolle, ihre eigene Identität. In ihrem 2006 erschienenen Roman »La figlia oscura« (dt. »Die Frau im Dunkeln«, 2008) geht die Autorin erneut der Frage nach, was im Sinne einer praktischen Vernunft als an- und was als unangemessen zu betrachten sei. Dies gelinge ihr laut der »Neuen Zürcher Zeitung« auf psychologisch subtile Weise und jenseits aller Klischees, verankert in einem Kontext von tiefer Symbolkraft. Im Mittelpunkt der Erzählung steht eine erfolgreiche Frau in mittleren Jahren, bei einem Strandurlaub beobachtet sie~– deren erwachsene Kinder gerade das Haus verlassen haben~– die junge Mutter Nina mit ihrer kleinen Tochter und erkennt, welchen Preis sie für ihr eigenes Leben hat zahlen müssen. Auf Italienisch erschien zuletzt »Storia della bambina perduta« (2014; dt. »Die Geschichte des verlorenen Kindes«, 2017), der vierte Teil der Neapolitanischen Saga, die 2011 mit »L’amica geniale« (dt. »Meine geniale Freundin«, 2016) begann.

Die BBC kürte »L’amica geniale« zu einem der zwanzig bislang bedeutendsten Werke des 21.~Jahrhunderts. Und die englische Ausgabe von Elena Ferrantes jüngstem Werk, »The Story of the Lost Child« (2015), stand 2016 auf der Shortlist für den Man Booker International Prize.

[http://www.elenaferrante.com/]

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