Laolu Senbanjo  [ Nigeria ]

Biographie

Laolu Senbanjo Portrait
© Privat

Gast des ilb 2015.

Laolu Senbanjo wurde in Ilorin, Nigeria, geboren und lebt heute in Brooklyn, New York, USA. Neben seiner Arbeit als Menschenrechtsanwalt entdeckte er seine wahre Berufung in Kunst und Musik.

2007 erfand Senbanjo den Begriff »Afromysterics« für seinen Stil, der die Mysterien afrikanischer Gedankenmuster zum Ausdruck bringt. Seine Herkunft aus dem westafrikanischen Volk der Yoruba übt einen starken Einfluss auf seine künstlerischen Arbeiten aus, ebenso seine zahlreichen Reisen und Geschichten, die er im Kampf für die Rechte von Frauen und Kindern erlebte. Zusammen mit seiner Band, deren Mitglieder aus der ganzen Welt stammen und die ebenfalls »Afromysterics« heißt, verbindet er musikalische Traditionen des Afrobeats mit Elementen von Afro-Soul und Reggae. Seine Lieder basieren dabei oft auf seiner Kunst, oder diese nimmt umgekehrt Bezug auf seine Musik. Nachdem er bereits in seiner Kindheit Interesse am Zeichnen entwickelt hatte, bildete er sich nach und nach künstlerisch weiter, indem er sich zunächst von lokalen Künstlern und später u.a. durch Ausstellungen in Südafrika, Deutschland und New York von den ihn dort umgebenden Kulturen inspirieren ließ. Sein Handwerkszeug entwickelte sich von Kugelschreiber oder Füller auf weißem und später pastellfarbenem Papier über Bleistift hin zum Kohlestift, der heute sein Markenzeichen ist. In einem Interview erklärte Senbanjo dazu, er finde diese Art zu zeichnen wunderschön, auch wenn viele Künstler davor zurückschreckten, da Kohle ein schwer zu kontrollierendes Medium sei. Ihm dagegen gefalle die Vielschichtigkeit von Schwarz und Weiß, Schatten und Grautönen, die mit seinen Ideen verschmelze, auch wenn er manchmal zusätzlich auch mit Acryl-, Druck- und Ölfarben arbeite. Kohle habe zudem eine besondere Bedeutung für ihn, da sie eine Verbindung herstelle zu unseren Urahnen, die dieses Material bereits genutzt hätten, um Höhlenwände zu bemalen, was auch die fast einzigartige Langlebigkeit mit Kohle erstellter Zeichnungen beweise.

Neben eigenen künstlerischen Werken illustriert Senbanjo auch Buchcover und interessiert sich momentan zudem für die Gestaltung von Textilien in Zusammenarbeit mit Modedesignern aus Brooklyn. So kreierte er 2015 beispielsweise eine limitierte Serie von Turnschuhen unter dem Titel »Step into my Sole« (Ü: Tritt ein in meine Sohle), die handbemalt bereits als Paar, aber auch im Vergleich zu anderen Exemplaren eigene Geschichten erzählen oder Sprichwörter der Yoruba abbilden. Ein weiteres Betätigungsfeld fand Senbanjo als Schauspieler in der Web-Serie »Assorted Meat« (Ü: Gemischtes Fleisch) von Oluseyi Olatujoye, die das Leben einer nigerianischen Wohngemeinschaft in New York zeigt. Als Mitglied der Gesellschaft nigerianischer Künstler in Lagos organisiert er jedes Jahr Ausstellungen, um heimische Talente zu fördern und gesellschaftliche Wertschätzung für Kunst zu entwickeln.

[http://www.laolusenbanjo.com]

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