Frank Witzel  [ Deutschland ]

Biographie

Portrait Frank Witzel
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2015.

Bibliographie

Bluemoon Baby

Edition Nautilus

Hamburg, 2001

Revolution und Heimarbeit

Edition Nautilus

Hamburg, 2003

Vondenloh

Textem-Verlag

Hamburg, 2008

Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

Matthes & Seitz

Berlin, 2015

www.frankwitzel.de

Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren – einer Stadt, die, wie es der Autor, Zeichner und Musiker einmal scherzhaft formulierte »nichts Besonderes zu bieten hatte in den Sechzigern«. Bereits im Kindesalter erlernte der vielseitige Künstler verschiedene Instrumente und begann dann als Jugendlicher auch zu zeichnen und zu schreiben. Er verfasste Gedichte, Prosatexte, Essays und Beiträge für Kultur- und Literaturmagazine. 1978 erschien sein erster Gedichtband »Stille Tage in Cliché«, den er mit eigenen Illustrationen versah. Der zweite Band »Tage ohne Ende« folgte 1980. Obgleich seine frühen Prosawerke – mehrere Erzählungen und Romanfragmente – bisher unveröffentlicht blieben, deuten sich hier bereits zentrale Elemente seiner späteren Texte an: Wahnhafte Phantasien, Erinnerungsfetzen, philosophische Exkurse und jede Menge surreal anmutende Figuren, die sich in einer unübersichtlichen Welt zu behaupten versuchen.

2001 gelang Witzel mit dem Roman »Bluemoon Baby« der Durchbruch. In seinem satirischen Thriller lässt der Autor den hessischen Gymnasiallehrer Hugo Rhäs zur Schlüsselfigur einer weltweiten Verschwörung werden und durchsetzt die bizarre Geschichte mit zahlreichen philosophischen und literarischen Querverweisen. Groteske Figuren und krude Verschwörungstheorien zeichnen auch den 2003 erschienenen Nachfolgeroman »Revolution und Heimarbeit« aus – ein »Mahlstrom durcheinander tanzender Erzählstränge, Reflexionsebenen und philosophischer Diskurse« (»taz«). Zusammen mit Thomas Meinecke und Klaus Walter verfasste Witzel die beiden Gesprächsbücher »Plattenspieler« (2005) und »Die Bundesrepublik Deutschland« (2010), in denen Themen wie Musik und Frisuren ebenso durchdiskutiert werden wie das zeitgenössische Politikgeschehen. Sein Roman »Vondenloh« (2008) erzählt von absurden Ereignissen rund um die Figur der titelgebenden Schriftstellerin Bettine Vondenloh, deren Werke niemals länger sind als 120 Seiten. 2015 legte Witzel mit dem fulminanten, 800 Seiten starken Roman »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969« sein bisher meistbeachtetes Werk vor. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein 13-jähriger Junge, der sich in der hessischen Provinz der 60er Jahre einen Reim auf die politischen Ereignisse zu machen versucht. In 98 Kapiteln, die rasant zwischen Handlungssträngen, Jahrzehnten und Themen wie Terrorismus und Popmusik hin und her springen, erschuf der Autor einen »Roman mit Langzeitwirkung« (»Süddeutsche Zeitung«). Sein umfassendes Prosa-Projekt wurde 2012 mit dem Robert Gernhardt Preis ausgezeichnet. 2016 soll der Roman vom Hörfunk bearbeitet und auch auf die Bühne gebracht werden. Für das Hörspiel beim Bayerischen Rundfunk komponiert und spielt der vielseitige Künstler die Musik selbst. Frank Witzel lebt und arbeitet in Offenbach.

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