Luca "Lagash" Saporiti  [ Italien ]

Biographie

Portrait Luca "Lagash" Saporiti
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Canzoni Invisibili Special Edition MoleskineMailand, 2013

www.canzoniinvisibili.com

www.lagash.eu

Luca »Lagash« Saporiti wurde 1964 in Padua, Italien, geboren und studierte Politik an der Universität Mailand.Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in London, den er nutzte, um musikalische und performative Erfahrungen zu sammeln, war Saporiti als Bassgitarrist an zahlreichen Einspielungen und Auftritten italienischer Musikgruppen beteiligt. So war er von 1995 bis 2008 Mitglied der preisgekrönten Rockband La Crus und unterstützte Amor Fou bei den Aufnahmen zu ihrem ersten Album »La Stagione Del Cannibale« (2007). Die musikalische Erzählung von einem ehemaligen Liebespaar, das sich am Tag des Bombenanschlags auf die Piazza Fontana (1969) trennt, verwoben mit Nachrichtentexten aus vier Jahrzehnten und changierend zwischen Pop und Rock, wurde von Kritikern als herausragendes Beispiel einer neuen Ära des italienischen Songwriting gefeiert. Seit 2007 gehört Saporiti der Alternative-Rock-Band Marlene Kuntz an, die trotz ihrer musikalischen Experimente mit Lärm und Verfremdung ebenfalls großen Wert auf das Songwriting legt. Unter seinem in der Schule erworbenen Spitznamen »Lagash«, der nach eigener Aussage nur zufällig dem Namen eines alten sumerischen Stadtstaates entspricht, veröffentlichte Saporiti zudem eigene Musik, u.~a. die Alben »Radical Stuff / Hardaswallow« (1996), »Lagash« (1998) sowie die Kompilationen »Stamps, Headphone Music & Lazy Penpals« (2000), »TDR Remix« (2003) und »Bertallosophy« (2005). Als Koproduzent der Video-Performances der italienischen Künstlergruppe Masbedo kam seine Arbeit bereits mit Literatur in Berührung. Einige Arbeiten sind: »Il mondo non e’ un panorama« (2006), entstanden in Zusammenarbeit mit dem französischen Autor Michel Houellebecq als Weiterentwicklung von dessen Roman »La possibilité d’une île« (2005; dt. »Die Möglichkeit einer Insel«, 2005), »Glima«(2010), »Kreppababies« (2010), »Until the end« (2011), »Tralalà« (2012), »Ionesco Suite« (2013). Gemeinsam mit dem Autor Alessandro Cremonesi, der viele Liedtexte für La Crus geschrieben hatte, veröffentlichte Saporiti schließlich 2013 in Kooperation mit dem Internationalen Literaturfestival Rom das multimediale Kunstprojekt »Canzoni Invisibili« (Ü: Unsichtbare Lieder). Frei inspiriert von zehn Romanen des italienischen Schriftstellers Italo Calvino, der selbst interdisziplinär gearbeitet und Kunst als Ausdruck des kollektiven Bewusstseins gesehen hat, schrieben Saporiti und Cremonesi zehn Liedtexte, die dann von zwanzig Mitgliedern der internationalen Kunstszene interpretiert wurden. Auf diese Weise entstand eine Mischung aus verschiedenen Musikstilen, unterschiedlichen literarischen Gattungen wie Gedichten und Novellen sowie Zeichnungen und Grafiken, gesammelt in einem Notizbuch, dessen Einband eine Sieben-Zoll-Vinylschallplatte enthält. Ziel des Albums ist nicht nur, die traditionelle Hierarchie zwischen auditiven und visuellen Bestandteilen aufzubrechen, sondern auch, Kunst als permanenten Remix zu begreifen.Saporiti lebt und arbeitet in Mailand und Berlin.

abgelegt unter: