Ece Temelkuran  [ Türkei ]

Biographie

temelkuran.portrait
© Mehmet Turgut

Gast des ilb 2014.

Bibliographie

Bütün Kadınların Kafası Karışıktır

İletişim Istanbul, 1996

İç Kitabı

Everest Istanbul, 2002

Agri’nin Derinligi

Everest Istanbul, 2008

Muz Sesleri

EverestIstanbul, 2010

Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?

AtlantikHamburg, 2014

Ece Temelkuran wurde 1973 im türkischen Izmir geboren. Noch vor ihrem Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften an der Universität Ankara 1995 begann sie als Journalistin für die älteste türkische Zeitung »Cumhuryet« zu arbeiten und veröffentlichte bereits 1996 ihr erstes Buch »Bütün Kadınların Kafası Karışıktır« (Ü: Alle Frauen sind verwirrt), in dem sie die hohen und oft widersprüchlichen Ansprüche anprangert, welche die Gesellschaft an ihr Geschlecht stellt. Als politische Kolumnistin schrieb sie von 2000 bis 2009 für die Tageszeitung »Milliyet« und auch regelmäßig Beiträge für »Le Monde Diplomatique«. 2009 wechselte Temelkuran zur Zeitung »Habertürk«, auf deren Fernsehsender sie 2010 und 2011 eine eigene Sendung moderierte. Wegen ihrer kritischen Artikel darüber, wie die türkische Regierung mit einem Zwischenfall im Dezember 2011 umging, bei dem mehr als dreißig Zivilisten an der türkisch-irakischen Grenze durch einen Angriff von türkischen Kampfjets ihr Leben verloren, wurde sie entlassen, fand aber eine neue publizistische Heimat u.~a. bei dem Netzmagazin »Guernica« sowie bei den Zeitungen »The Guardian« und »BirGün«.Temelkurans investigative Recherchen und Veröffentlichungen zu kontroversen Themen wie dem Kurdenkonflikt, der Frauenbewegung sowie politischen Gefangenen waren bereits zuvor mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, u.~a. mit dem vom deutschen Staat ausgelobten Preis für die beste Journalistin des Jahres (1996) und dem Pen for Peace (2001). Neben ihren dokumentarischen Büchern wie »Ağrı’nın Derinliği« (2008; Ü: Die Tiefe von Agri), einer nuancierten Darstellung des blutigen Grabens zwischen der Türkei und Armenien, veröffentlichte Temelkuran auch experimentelle literarische Texte in Form von Prosagedichten. So begibt sie sich in »İç Kitabı« (2002; Ü: Das innere Buch) auf eine poetische Reise zu einem unentdeckten Kontinent in sich und lädt in ihrer Gedichtsammlung »Book of the Edge« (2010; Ü: Buch des Randes) den Leser ein, zu einem Forscher zu werden, der auf die Ignoranz und Grausamkeit seiner menschlichen Existenz hin befragt wird. 2010 erschien ihr erster Roman »Muz Sesleri« (Ü: Bananengeräusche), der abwechselnd von zwei jungen Frauen erzählt, eine von den Philippinen in den Libanon geschickt, die andere eine türkische Studentin, zwei Leben, die zunächst überhaupt keine Verbindung zu haben scheinen, deren Geschichten sich dann aber in Beirut kreuzen. Temelkurans aktueller Roman »Düğümlere Üfleyen Kadınlar« (2013; dt. »Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?«, 2014) bezieht sich im türkischen Titel auf den 4. Vers der Koransure al-Falaq über den Schutz vor »bösen Weibern«, die in der Erzählung in der von Männern beherrschten arabischen Welt vor der Vergangenheit fliehen und sich selbst suchen.Temelkuran lebt in Istanbul.

[http://www.ecetemelkuran.com]

abgelegt unter: