Scott McCloud  [ USA ]

Biographie

Scott McCloud Portrait
© McCloud

Gast des ilb 2013.

Bibliographie

Comics richtig lesen

Carlsen Verlag GmbH

Hamburg , 1994

Comics neu erfinden: Wie Vorstellungskraft und Technologie eine Kunstform revolutionieren

Carlsen Verlag GmbH

Hamburg , 2001

Comics machen

Carlsen Verlag GmbH

Hamburg , 2007

Der in Kalifornien lebende Autor und Cartoonist Scott McCloud wurde 1960 in Boston, Massachusetts, geboren. Nach seinem Collegeabschluss ging er nach New York und fing 1982 bei dem Comicverleger DC Comics im Production Department an. In seiner Freizeit entwickelte er seine erste eigene Superheldenserie »Zot«, die ihm 1985 den Russ Manning Award als vielversprechendster Newcomer einbrachte.

McCloud gilt als einer der führenden Comictheoretiker. Sein Werk »Understanding Comics: The Invisible Art« (1993; dt. »Comics richtig lesen«, 1994) ist eine Analyse des Mediums Comic, welches die Vielseitigkeit und Tiefgründigkeit dieser Kunstform zu porträtieren versucht. Mithilfe einer autobiografischen Comicfigur führt McCloud den Leser in Form eines fortlaufenden Comics durch das Buch und gibt einen Überblick über die Geschichte, Sprache und die Darstellungsformen von Comics. Seine praktische Herangehensweise, ein theoretisches Werk nicht nur mit einzelnen Beispielen zu unterstützen, sondern es vollständig in der untersuchten Form zu verfassen, machte »Understanding Comics« so bedeutend und brachte ihm Lob von namhaften Comic- und Graphic-Novel-Autoren wie Art Spiegelman, Will Eisner, Neil Gaiman und Garry Trudeau ein. 2000 folgte »Reinventing Comics« (2000; dt. »Comics neu erfinden«, 2001), welches sich noch stärker mit den formalen Aspekten aus »Understanding Comics« auseinandersetzt und zusätzlich das Potenzial des digitalen Zeitalters für die Comicbranche beleuchtet. Den vorläufigen Abschluss bildete 2006 »Making Comics« (2006; dt. »Comics machen«, 2007), ein praktisch orientierter Wegweiser zum Verfassen von Comics, Graphic Novels und Ähnlichem.

McCloud ist außerdem der Erfinder des 24-Stunden-Comics, eines Comics, der 24 Seiten umfasst und innerhalb von 24 Stunden komplett fertiggestellt werden muss. Ursprünglich als kreativer Wettstreit gedacht, stellen sich dieser Herausforderung inzwischen jährlich zahlreiche Comicautoren weltweit. Diese Methode hatte ebenfalls Einfluss auf andere künstlerische Zweige, in denen nach ähnlichen Regeln vorgegangen wurde. McCloud gilt zudem als einer der ersten Comicautoren, die das Potenzial des Internets als Medium für den Comic entdeckten. Er selbst verfasst bereits seit Ende der neunziger Jahre digitale Comics, bei denen er lediglich den Entwurf auf Papier zeichnet und anschließend alles digital bearbeitet. Sein aktuelles Werk schafft er ausschließlich digital. Er verzichtet dabei fast vollständig auf die Verwendung von herkömmlichen Materialien. Sein bekanntester Webcomic ist eine Einführung zu Googles Open Source Browser Chrome, die die Eigenschaften des neuen Browsers der Öffentlichkeit vorstellen sollte.

Neben seiner kreativen Arbeit ist McCloud Dozent für digitale Medien am M.I.T. Media Lab und der Smithsonian Institution. Seine Bücher, die zu den Standardwerken der Comicforschung zählen, wurden in 16 Sprachen übersetzt.

[http://scottmccloud.com/]

abgelegt unter: