Danielle de Picciotto  [ USA, Deutschland ]

Biographie

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Gast des ilb 2013.

Bibliographie

The Beauty of Transgression

A Berlin Memoir

Der Gestalten Verlag

Berlin, 2012

We Are Gypsies Now

Der Weg ins Ungewisse

Metrolit

Berlin, 2013

www.danielledepicciotto.com

Danielle de Picciotto, geboren 1965 in den USA, lebt und arbeitet als Musikerin und Multimediakünstlerin vor allem in Berlin. Sie ist Malerin, Zeichnerin, Videokünstlerin sowie Kuratorin und macht gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Hacke, dem Bassisten der Band Einstürzende Neubauten, Musik. Seit Ende der achtziger Jahre hat sie die Berliner Independent-Kunstszene mitgeprägt. Sie war Anfang der Neunziger Sängerin der Band Space Cowboys, gründete den »Ocean Club« als Forum für Kunst und Musik sowie die Galerie »Das Institut« und war maßgeblich an der Clubkultur beteiligt. Zusammen mit ihrem damaligen Partner Dr. Motte organisierte sie die erste Ausgabe des Techno-Umzugs Love Parade und arbeitete in zahlreichen angesagten Berliner Clubs. »Während der ersten Jahre nach dem Mauerfall hatte ein Barkeeper fast denselben Status wie ein Popstar«, schreibt sie in ihren Berlin-Erinnerungen »The Beauty of Transgression« (2012). Es galt als Ehre, in einem Szene-Club zu arbeiten. Dass Künstler und Musiker hinter der Bar standen, erzeugte »einen Insider-Ruf, der für Jahre anhielt«. Wiederholt tourte sie mit ihrem Mann und gab weltweit Konzerte, so mit ihrer gemeinsamen Adaption von Sebastian Brants »Das Narrenschiff«. Mehrfach erarbeitete sie im Auftrag des Auswärtigen Amts Filmclips über kulturelle und historische Themen. Seit 2012 ist sie Mitglied der Band Crime and the City Solution, wo sie neben dem Hintergrundgesang für Videoinstallationen zuständig ist.

In den Bereich Graphic Diary begab sich Danielle de Picciotto mit einem gezeichneten Reisetagebuch, das Anfang 2013 unter dem Titel »We are Gypsies Now« veröffentlicht wurde. Darin dokumentiert sie mit detailreichen Tintezeichnungen eine anderthalbjährige Weltreise, die sie und ihr Mann ab 2010 unternommen haben. Ganzseitige Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die oft von verspielten Mustern umrahmt werden, zeigen Stationen wie Wien, Prag, Mexiko und verschiedene Städte in den USA. Mal porträtiert Danielle de Picciotto Menschen, die ihnen begegnen, mal skizziert sie den Grundriss ihres jeweiligen Heims, mal zeigt sie Stadt- oder Landschaftsansichten. »Dieser sehr persönliche Reisebericht ist eine Graphic Novel – und steht in seiner Substanz einem Roman in nichts nach«, urteilte ein Kritiker des Bayerischen Rundfunks. Zusammen mit Alexander Hacke hat sie auch eine Bühnenshow erarbeitet, die Bilder aus dem Reisetagebuch mit Musik zu einer Performance verbindet.

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