Peter Walker  [ Neuseeland ]

Biographie

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Gast des ilb 2012.

Bibliographie

The Fox Boy
Bloomsbury
London, 2001

The Courier’s Tale
Bloomsbury
London, 2010

Peter Walker wurde 1947 in Wellington, Neuseeland, geboren. Er wuchs in Christchurch und Hawkes Bay auf und studierte Literatur und Jura an den Universitäten von Wellington und Auckland. In den siebziger Jahren bereiste er Asien, Europa und Amerika. Ab 1976 war er als Journalist tätig, zunächst für Zeitungen in Neuseeland und Australien. In England war er sieben Jahre lang als Auslandskorrespondent für den neu gegründeten »Independent« tätig und schrieb Rezensionen über Belletristik und Sachbücher, aber auch für Auberon Waughs »Literary Review«. Später wechselte er als Auslandsredakteur zum »Independent on Sunday«. 1996 bat ihn »Granta« um einen längeren Artikel über die ethnische Frage in Neuseeland.

Aus diesem Auftragswerk entstand sein erstes Buch »The Fox Boy« (2001; dt. 2012 Der junge William Fox), eine Enthüllung der wahren Geschichte eines in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts entführten Maori-Jungen. Eigentlich wollte Walker weder Geschichtsbände noch Romane schreiben, sondern Reisebücher und Kolumnen, deren lebendige Rhythmen zur entspannten Lektüre der vielstimmigen und von Themenvielfalt geprägten Erzählungen einladen. Textsorten also, die sich durch parallele Dimensionen bewegen, quer und sich überschneidend im Raum der Moderne und in der alten Zeit. Sein Vorbild war Amitav Ghoshs »In einem alten Land«. Sein nächstes Buch »The Courier’s Tale« (2010; Ü: Die Geschichte des Kuriers) erzählt von Reginald Pole, dem Cousin Heinrichs VIII., der in der Spätrenaissance in Italien lebte und der einzige Mann war, von dem es hieß: »Er wird der nächste Papst sein – oder der nächste König von England.« Das Werk wird klassifiziert als »dokumentarischer Roman«, denn alle in ihm auftauchenden Dokumente – von der Rechnung des Schneiders bis zum Bericht des Spions – sind authentisch und in den Archiven nachlesbar. Wie in »The Fox Boy« wollte der Autor zeigen, dass das Leben noch des unbedeutendsten Individuums nicht nur den Gesetzen der Geschichte unterliegt, sondern selbst die Geschichte ausstrahlt, und dies vielleicht wirkmächtiger und luzider als das Leben wichtiger Persönlichkeiten der Epoche.

Peter Walker hat soeben seinen neuesten Roman fertig gestellt: »Cape Runaway« spielt in den späten sechziger Jahren und in der Gegenwart, eine Geschichte von Liebe und Krieg über zwei Generationen. Der Autor lebt in London.

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