Monika Maron  [ Deutschland ]

Biographie

Monika Maron Portrait
©:Heike Zappe

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Flugasche
S. Fischer
Frankfurt/Main, 1981

Die Überläuferin
S. Fischer
Frankfurt/Main, 1986

Stille Zeile sechs
S. Fischer
Frankfurt/Main, 1991

Pawels Briefe
S. Fischer
Frankfurt/Main, 1999

Ach Glück
S. Fischer
Frankfurt/Main, 2007

Bitterfelder Bogen
S. Fischer
Frankfurt am Main, 2009

Monika Maron wurde 1941 in Berlin geboren. Sie wuchs dort zunächst bei ihrer Mutter Hella Iglarz auf. Nach der Übersiedlung in den Ostteil der Stadt und der Heirat ihrer Mutter mit Karl Maron zog sie in den Haushalt ihres Stiefvaters, der 1955 bis 1963 Innenminister der DDR war. Nach dem Abitur arbeitete sie ein Jahr lang als Fräserin in einem Industriebetrieb. Nachdem sie zwei Jahre lang als Regieassistentin beim DDR-Fernsehen gearbeitet hatte, studierte sie Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Später war sie als Journalistin tätig, nach dem Tod ihres Stiefvaters ab 1976 schließlich als freie Schriftstellerin in Ostberlin. 1988 verließ sie die DDR und siedelte nach Hamburg über, um 1993 an die Spree zurückzukehren.
Mit ihrem Debütroman »Flugasche« (1981), der in der DDR nicht erscheinen durfte, wurde ihr in der Bundesrepublik große Aufmerksamkeit zuteil. Sie machte damals als eine der Ersten die Umweltverschmutzung zum Leitthema eines belletristischen Werks und prangerte die Umweltsünden der DDR im Braunkohletagebau an. Zugleich verarbeitete sie in dem Buch ihre Erfahrungen im Journalismus und lässt durch die Hauptperson Josefa, die als Reporterin im Auftrag ihrer Redaktion der Stadt Bitterfeld und dem dortigen Kohlekraftwerk einen Besuch abstattet, Kritik am »perfekten System der Nivellierung« der Realität verlautbaren.
Ihr zweiter Roman, »Die Überläuferin« (1986), ebenfalls in der DDR verboten, verhalf ihr zum endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin. Dieses Werk und ihr ein wenig später im »Zeit-Magazin« veröffentlichter deutsch-deutscher Briefwechsel mit dem Schriftstellerkollegen Joseph von Westphalen machte sie für den sozialistischen deutschen Staat untragbar, sodass ihr 1988 die Ausreise in die Bundesrepublik gestattet wurde. Auch nach dem Mauerfall setzte sie sich künstlerisch mit Aspekten der deutschen Geschichte und ihrer eigenen Biografie auseinander − etwa in dem Roman »Stille Zeile sechs« (1991) oder der Familiengeschichte »Pawels Briefe« (1999) über ihren unter den Nationalsozialisten ermordeten Großvater. Generell geht es Maron in ihren Werken um das Verstehen des Individuums in seinem sozialen Umfeld und seinem historischen Kontext. So auch in ihren letzten Romanen »Animal triste« (1995), »Endmoränen« (2002) und dem sehr unterhaltsam daherkommenden »Ach Glück« (2007), in denen sie sich mit verschiedenen Aspekten des Älterwerdens befasst.
Doch auch ihr Debüt hat Maron nicht aus den Augen verloren: Zuletzt veröffentlichte sie unter dem Titel »Bitterfelder Bogen« (2009) einen Bericht über die als »Solar Valley« erfolgreich wiederauferstandene Region und wider einen in Resignation versinkenden Osten der Republik.
Die Autorin wurde u.a. mit dem Kleist-Preis, dem Friedrich-Hölderlin-Preis und dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung ausgezeichnet. Monika Maron lebt und arbeitet in Berlin.

© internationales literaturfestival berlin

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