Luis Leante  [ Spanien ]

Biographie

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Camino del jueves rojo
Instituto Municipal de Cultura
Caravaca, 1983

El último viaje de Efraín
y otros relatos
Editora Regional de Murcia
Murcia, 1987

Paisaje con río y Baracoa
de fondo
Editorial Aguaclara
Alicante, 1997

Academia Europa
Editorial Prames
Zaragoza, 2003

Liebst Du mich
S. Fischer
Frankfurt am Main, 2009
[Ü: Lisa Grüneisen]

La Luna roja
Edition Alfaguara
Madrid, 2009

Luis Leante wurde 1963 in Caravaca de la Cruz westlich der spanischen Stadt Murcia geboren. In Murcia studierte er Klassische Philologie. Bereits 1983 veröffentlichte er sein erstes Buch und ist seither immer wieder als Schriftsteller in Erscheinung getreten. Dabei verfasste er so verschiedene Werke wie Erzählungen und Romane, Theaterstücke und Gedichte oder auch Drehbücher für Kinofilme. Daneben hat er seine akademische Laufbahn als Altphilologe ebenfalls weiterverfolgt und ist mittlerweile Professor für Latein.
Mit seinem Debütwerk »Camino del jueves rojo« (1983; Ü: Der Weg des roten Donnerstags), einer Novelle über seinen Heimatort Caravaca in den Wirren nach dem spanischen Bürgerkrieg, gelang Leante bereits ein erster Achtungserfolg. Das Buch wurde mit dem Premio Albacara de Novela Corta ausgezeichnet. Danach verfasste er zunächst weitere Novellen und Kurzgeschichten, die in den Sammelbänden »El último viaje de Efraín y otros relatos« (1987; Ü: Ephraims letzte Reise und andere Geschichten) und »El criador de canarios« (1996; Ü: Der Kanarienvogelzüchter) erschienen und die Themen wie die Vereinsamung des modernen Menschen oder die Angst vor dem Tod behandeln. Mit seinem ersten Roman »Paisaje con río y Baracoa de fondo« (1997; Ü: Landschaft mit Fluss und Baracoa im Hintergrund), der Geschichte eines kubanischen Malers, der nach Jahren im Exil zur Stätte seiner Kindheit zurückkehrt, greift der Autor den Existenzialismus erneut auf und verknüpft ihn mit einem Magischen Realismus ähnlich dem von Miguel Ángel Asturias oder Salman Rushdie. Der Maler nimmt den stark veränderten Heimatort so wahr, als wäre er noch (oder wieder) das Kind, das hier aufwuchs.
In weiteren Werken des Autors geht die thematische Bandbreite von Historischem aus der Zeit Julius Cäsars, dem späten Mittelalter oder der spanischen Nachkriegszeit bis hin zu Humoristischem und Liebesgeschichten. Der internationale Durchbruch gelang Leante mit seinem Roman »Mira si yo te querré« (2007; dt. »Liebst du mich«, 2009). In einer Liebesgeschichte entführt der Autor den Leser in die Kolonie Spanisch-Sahara der Franco-Ära und in das danach von Marokko besetzte Gebiet. Das historisch fundierte Werk, das gekonnt zwischen verschiedenen Zeit- und Erzählebenen hin und her springt, erinnert in Machart und Thema an Michael Ondaatjes »Der englische Patient«. Dennoch ist Leante eine eigene, atmosphärisch dicht erzählte Geschichte gelungen, die ein vergessenes Kapitel der spanischen Geschichte ans Licht bringt.
Der Autor erhielt eine Vielzahl spanischer Literaturauszeichnungen, darunter den renommierten Premio Alfaguara de Novela und den Premio Mandarache. Luis Leante lebt und arbeitet in Alicante.

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