Colum McCann  [ USA, Irland ]

Biographie

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© James Higgins

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Fischen im tiefschwarzen
Fluss
Rowohlt Verlag
Reinbek ,1998
[Ü: Matthias Müller]

Der Gesang der Kojoten
Rowohlt Verlag
Reinbek, 1996
[Ü: Matthias Müller]

Der Himmel unter der Stadt
Rowohlt Verlag
Reinbek, 1998
[Ü: Matthias Müller]

Zoli
Rowohlt Verlag
Reinbek, 2007
[Ü: Dirk van Gusteren]

Die große Welt
Rowohl Verlag
Reinbek, 2009
[Ü: Dirk van Gusteren]

Colum McCann wurde 1965 in einem Vorort von Dublin geboren. Wie sein Vater wurde er Journalist. Nach einem Aufenthalt in New York, wo er als Reporter arbeitete, war er in Dublin für verschiedene Zeitungen tätig. 1986 ging er wieder in die USA und unternahm dort eine zweijährige Fahrradtour durch vierzig amerikanische Staaten, während der er u.a. als Taxifahrer, Anstreicher, Mechaniker, Barmann sowie als Sozialarbeiter mit straffälligen Jugendlichen arbeitete. Anschließend studierte er an der University of Texas Englisch und Geschichte. Nach seiner Heirat mit einer Amerikanerin ging er mit ihr nach Japan, wo er sein preisgekröntes erstes literarisches Werk, die Kurzgeschichtensammlung »Fishing the Sloe-Black River« (1994; dt. »Fischen im tiefschwarzen Fluss«, 1998) vollendete und den Roman »Songdogs« (1995; dt. »Der Gesang der Kojoten«, 1996) begann. Schließlich ließ er sich in New York nieder. Als Journalist veröffentlichte er in Zeitungen wie »The New Yorker«, »Esquire«, »GQ«, »The New York Times«, »The Irish Times«, »The Guardian«, »Le Figaro«, »Le Monde«, »La Repubblica« und »Die Zeit«.
McCann ist ein Geschichtensammler. In der Vielfalt der Lebenswelten, die er schnörkellos und mit souveräner Empathie darstellt, richtet er sein Augenmerk vor allem auf Nebenfiguren und erzählt aus der ungewohnten Perspektive der Übersehenen und Unbedeutenden. Im Bestseller »The Side of Brightness « (1998; dt. »Der Himmel unter der Stadt«, 1998) ist die Geschichte New Yorks und Amerikas der beiläufige Hintergrund für das Schicksal eines schwarzen Hochgerüstbauers, der später als Obdachloser in einem Tunnel unter dem East River lebt. Die Roman-Biografie »Dancer« (2003; dt. »Der Tänzer«, 2003) wurde ebenfalls zum Bestseller und beleuchtet die Ballett-Ikone Rudolf Nurejew aus Sicht seiner Wegbegleiter. Auch die Handlung von »Zoli« (2006; dt. 2007) orientiert sich an einer historischen Persönlichkeit: der Roma-Dichterin Bronisława Wajs, die mit der Verschriftlichung ihrer Lieder aus der eigenen Tradition ausbrach und dafür von ihrer Sippe verstoßen wurde. Wie in seinen anderen Werken lässt McCann auch hier trotz aller Widrigkeiten, die seine Protagonistin erlebt, einen versöhnlichen Ton anklingen. »Ich glaube nicht, dass die Welt ein besonders wundervoller Ort ist, aber ich glaube an Erlösung. Es gibt diese Momente, in denen die Welt eines wird und wir zu Hause sind.«
McCanns jüngster Roman gilt als sein Meisterwerk. »Let the Great World Spin« (2009; dt. »Die große Welt«, 2009) verwebt vor dem Hintergrund eines Drahtseilaktes zwischen den Türmen des World Trade Center im Jahr 1974 ganz verschiedenartige Lebensläufe und arrangiert damit eine Prélude der Zeitenwende des 11. September.
Der Autor wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem Hennessy Award, dem Rooney Prize, dem Pushcart Prize und dem Irish Novel of the Year Award. Er verfasst Drehbücher, häufig unter Verwendung seiner eigenen Werke als Vorlagen. Die Filmadaption der Kurzgeschichte »Everything in This Country Must« (2000; dt. »Wie alles in diesem Land«, 2001) wurde für einen Oscar nominiert. McCann unterrichtet am MFA-Programm des Hunter College in New York, wo er auch lebt.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.colummccann.com]

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