Henrietta Rose-Innes  [ Südafrika, Deutschland ]

Biographie

Portrait Henrietta Rose-Innes
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2008.

Bibliographie

Shark’s Egg
Kwela Books
Cape Town, 2000

The Rock Alphabet
Kwela Books
Cape Town, 2004

Nice Times! [Hg.]
Double Storey
Cape Town, 2006

Dream Homes
merz&solitude
Stuttgart, 2008
[Ü: Susanne Hartmann-Olpak]

Übersetzerin: Susanne Hartmann-Olpak

Henrietta Rose-Innes wurde 1971 in Kapstadt geboren. Nach einem Studium der Archäologie in ihrer Heimatstadt studierte sie an der University of the Witwatersrand in Johannesburg Biologische Anthropologie. 1996 wurde ihre Kurzgeschichte »Burning Buildings« (1996; Ü: Brennende Gebäude) mit dem ersten Preis der Cosmopolitan/Vita Short Story Competition ausgezeichnet. Drei Jahre später erwarb sie – wiederum in Kapstadt – den Masters-Titel in Creative Writing. Unter Betreuung des Literaturprofessors und Nobelpreisträgers J.M. Coetzee entstand in dieser Zeit die erste Fassung ihres Romandebüts »Shark’s Egg« (2000; Ü: Haifischei). Die Geschichte, in der die Entwicklung eines jungen Mädchens im Spiegel ihrer Beziehung zum Meer erzählt wird, wurde schon kurze Zeit nach dem ersten Erscheinen erneut aufgelegt, und die Kritik reagierte mit freudiger Überraschung auf die neue Stimme: »Dieses Buch markiert insofern einen neuen Anfang der südafrikanischen Literatur, als es sich ganz auf die psychische Innenwelt konzentriert«, schrieb Tony Morphet.

Rose-Innes’ zweiter Roman, »The Rock Alphabet« (2004; Ü: Das Steinalphabet), spielt mit verschiedenen Formen der Kommunikation. Die Entwicklung von zwei Jungen, die von der Tochter eines verschollenen Archäologen verwildert in den Bergen gefunden und zurück in die Zivilisation gebracht werden, vollzieht sich gegensätzlich: Während der eine die Sprache seiner Mitmenschen lernt und sich seiner neuen Umgebung anpasst, bleibt der andere der ungezähmten Natur treu, scheint telepathisch begabt und entwickelt ein »Steinalphabet«, in dem er sich mit teilen kann. In dem bilderkräftigen, dichten Stil, der Rose-Innes auszeichnet, greift die Autorin weit in die Vergangenheit Südafrikas zurück. Auf verschiedenen Zeitebenen berührt sie anhand der unterschiedlichen Symbolordnungen und Lebenswelten Fragen von Identität, Erinnerung und Schuld – »typisch südafrikanische Themen«, wie die Autorin in einem Interview sagte.

Rose-Innes verfasste zudem Kurzgeschichten und Essays, die in verschiedene Publikationen aufgenommen wurden, und gab die Anthologie »Nice Times!« (2006; Ü: Schöne Zeiten!), eine Sammlung »südafrikanischer Vergnügungen und Freuden«, heraus. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter eine Nominierung für den M-Net Book Prize. 2007 wurde sie mit dem südafrikanischen PEN Award ausgezeichnet. 2007 und 2008 wurde sie für den Caine Prize for African Writing nominiert. Außerhalb ihres Heimatlandes war sie Gast auf dem Château de Lavigny in Lausanne, Stipendiatin der Stiftung kunst:raum sylt quelle und der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, wo sie gegenwärtig an einem neuen Roman arbeitet. Zuletzt erschien eine ins Deutsche übersetzte Sammlung ihrer Kurzgeschichten unter dem Titel »Dream Homes. Schnappschüsse und Geschichten aus Kapstadt« (2008). Rose-Innes lebt in Kapstadt, wo sie am Centre for Creative Writing der University of Cape Town unterrichtet.

© internationales literaturfestival berlin

Berlin View

Henrietta Rose-Innes "Kommabild"

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