Chuck Palahniuk  [ USA ]

Biographie

Chuck Palahniuk Portrait
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

Fight Club
Droemer Knaur
München, 1997
[Ü: Fred Kinzel]

Invisible monsters
W. W. Norton
New York, 1999

Der Simulant
Goldmann
München, 2002
[Ü: Werner Schmitz]

Diary 
Cape 
London, 2003

Flug 2039
Goldmann
München, 2003
[Ü: Werner Schmitz]

Fugitives & refugees 
Crown Journeys 
New York, 2003

Lullaby
Goldmann
München, 2004
[Ü: Werner Schmitz]

Non-fiction (true stories)
Jonathan Cape
London, 2004

Haunted 
Jonathan Cape
London, 2005

Das letzte Protokoll
Goldmann
München, 2005
[Ü: Werner Schmitz]

Die Kolonie
Goldmann
München, 2006
[Ü: Werner Schmitz]

Das Kainsmal
Manhattan
München, 2007
[Ü: Werner Schmitz]

Übersetzer: Fred Kinzel, Werner Schmitz

Chuck Palahniuk wurde 1962 in Pasco, Washington, geboren. Er schloss ein Studium des Journalismus an der University of Oregon 1986 ab. Nachdem er kurzzeitig für eine lokale Zeitung in Portland, Oregon, geschrieben hatte, arbeitete er als Automechaniker und verfasste nebenbei Handbücher zur Reparatur von LKWs. Zudem war er ehrenamtlich in Obdachlosenheimen und Hospizen tätig. Sein frühes Romanmanuskript, »Invisible Monsters« (Ü: Unsichtbare Monster) blieb bis 1999 unveröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt war Palahniuk mit seiner ersten Publikation, »Fight Club« (1996; dt. »Fight Club«, 1997), bereits zum Bestsellerautor mit internationalem Kultstatus aufgestiegen. Die gleichnamige Verfilmung mit Brad Pitt und Edward Norton war ein weltweiter Erfolg.

Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Boxclub der etwas anderen Art, in dem sich Außenseiter und von ihrer bürgerlichen Existenz Frustrierte äußerst brutale Kämpfe liefern. Die Geschichte, die zunächst Formen einer gewaltverherrlichenden Milieustudie annimmt, entpuppt sich als mitreißendes Vexierbild, das ebenso durch Realitätsnähe wie auch durch verschiedene sich überlagernde Deutungsebenen fesselt und beunruhigt. Der nachfolgende Roman, »Survivor« (1999; dt. »Flug 2039«, 2003), erzählt die Geschichte von Tender Brenson, dem letzten Überlebenden einer strenggläubigen Sekte, der tagsüber als Hausdiener arbeitet und nachts eine »Seelsorge«-Hotline betreibt, die Suizidgefährdete zum letzten Schritt ermutigt. Als Motor der Erzählung dient ein Flugzeug, das auf seinen Absturz zurast; Kapitel- und Seitenzahlen verlaufen wie bei einem Countdown rückwärts.

Palahniuks Romane sind von grotesken Exzessen, schwarzem Humor, latenter Gesellschaftskritik und einer Vorliebe für randständige Existenzen gekennzeichnet. Seinen lakonischen Stil erklärte der Autor in einem Interview damit, dass er Verben den Adjektiven vorziehe. Nach etwas weniger drastischen, aber nicht minder schockierenden Romanen wie »Lullaby« (2002; dt. »Lullaby«, 2004), »Diary« (2003; dt. »Das letzte Protokoll«, 2005) und »Haunted« (2005; dt. »Die Kolonie«, 2006) veröffentlichte Palahniuk zuletzt »Rant: An Oral Biography of Buster Casey« (2007; dt. »Das Kainsmal«, 2007). Der Roman zeichnet aus der Perspektive zahlreicher Charaktere das kurze Leben des jungen Rebellen Rant nach, der bei einer spektakulären Karambolagefahrt mit dem Auto anlässlich eines sogenannten »Party-Crashing« tödlich verunglückt und deswegen zur Kultfigur wird.

Palahniuk, von dessen Lesungen berichtet wird, sie seien regelmäßig von Ohnmachtsanfällen im Publikum begleitet, wurde mit dem Oregon Book Award und zweimal mit dem Pacific Northwest Booksellers Association Award ausgezeichnet. Die »New York Times« zählt Palahniuk zu den zehn besten Autoren der zeitgenössischen US-Literaturszene. Er lebt in Portland, Oregon, und Vancouver, Washington.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.chuckpalahniuk.net]