Albert Ostermaier  [ Deutschland ]

Biographie

Albert Ostermaier Portrait
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2007.

Bibliographie

Verweigerung der Himmelsrichtung
Editon L
Lossburg/Schwarzwald, 1988

Zwischen zwei Feuern
Felidae
Essen, 1993

Herz Vers Sagen
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 199

Tatar Titus
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1998

Heartcore
[mit CD]
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1999

The Making Of [B.-movie]
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1999

The Making Of. Radio Noir
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1999

Death Valley Junction
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2000

Autokino
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2001

Fremdkörper hautnah
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2001

Erreger / Es ist Zeit. Abriss
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2002

Letzter Aufruf / 99 Grad
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2002

Katakomben. Auf Sand.
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2003

Vatersprache
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2003

Solarplexus
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2004

Der Torwart ist immer dort, wo es weh tut
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2006

Polar
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2006

Für den Anfang der Nacht
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2007

Zephyr
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2008

Albert Ostermaier wurde 1967 in München geboren. Er verfasste bislang ein umfangreiches Werk, das sich zwischen den Gattungen Lyrik und Schauspiel bewegt. »Aus den Gedichten wurden dramatische Gedichte, aus den dramatischen Gedichten Stücke, aus den Stücken Gedichte mit Dialogen und dramatischer Situation.« Inzwischen ist Ostermaier einer der meistgespielten deutschen Dramatiker. Bekanntheit erlangte er vor allem mit der Aufführung von »Zwischen zwei Feuern. Tollertopographie« (1993) im Jahr 1995. Daraufhin wurde er zum ersten Theaterdichter nach Schiller ans Nationaltheater Mannheim berufen, 1999/2000 war er in gleicher Funktion für das Bayerische Staatsschauspiel tätig, für das er zum 100. Geburtstag von Brecht »The Making Of. [B-movie]« verfasst hatte. Seit 2003 ist er Hausautor für das Wiener Burgtheater, wo seine Stücke vor allem von Andrea Breth inszeniert werden. Zuletzt feierte »Ersatzbank« bei den Salzburger Festspielen Premiere und zur Eröffnung der Schillertage »Schwarze Minuten« am Nationaltheater Mannheim.
Ostermaiers S pr achsound wandelte sich von anfänglicher Hermetik zu demonstrativer Modernität. Die interpunktionslose, rhythmisierte Syntax ist mit einer Überfülle von Anspielungen und Zitaten aufgeladen, Bedeutungsebenen überlagern sich auf eine die eingeübten Wahrnehmungsmuster überwältigende Weise, so dass die gewohnten Deutungsstrukturen erlebbar und fragwürdig werden. »Es ist ein durchkomponiertes Stimmengewirr, ein Gedankenfunkverkehr zwischen Geistesgeschichte und Lebensgefühl, ort- und wesenlos. Nicht zufällig ist dieses osmotische Schreiben von einer Metaphorik des Strömens und Gleitens, der Diffusionen bestimmt, und manchmal unterspült die Verflüssigung des Kulturgutes die Texte selbst«, schrieb Christopher Schmidt. Zuletzt veröffentlichte Ostermaier einen Band mit Reportagen und Gedichten rund um den Fußball, »Der Torwart ist immer dort, wo es weh tut« (2006), den Lyrikband »Polar« (2006), der vom französischen Kino der sechziger und siebziger Jahre inspiriert ist, sowie die gesammelten Liebesgedichte »Für den Anfang der Nacht« (2007). Viele seiner Werke wurden als Hörspiele und Hörtexte pr oduziert, und zwar in enger Zusammenarbeit zwischen Ostermaier und den Musikern und Komponisten Hans Platzgumer, Saam Schlamminger und Bert Wrede. Seine Werke wurden in über zwanzig S pr achen übersetzt und die Stücke in der ganzen Welt aufgeführt, in Städten wie Los Angeles, New York, Athen, Santiago de Chile, Kiew und Teheran.
Ostermaier wurde u.a. mit dem Ernst-Toller-Preis, dem Ernst-Hoferich-Preis und dem Kleist-Preis ausgezeichnet. 2001 war der Autor Writer in Residence an der New York University, 2007 hielt er die Poetikdozentur an der Wiesbadener Fachhochschule inne. Nach Projektleitung der Poesiewerkstatt sowie des Festspieltreffens in Bayreuth (1990) und künstlerischer Leitung des Landsberger Poesiefestivals Lyrik am Lech (2000) leitet Ostermaier seit 2006 das internationale Brechtfestival abc–AugsburgBrechtConnected.

© internationales literaturfestival berlin

Albert Ostermaier
© Ali Ghandtschi

Berlin View

Albert Ostermaiers "Kommabild"