Hermann Schulz  [ Tansania, Deutschland ]

Biographie

Hermann Schulz Portrait
© CARLSEN Verlag

Gast des ilb 2006.

Bibliographie

Nicaragua. Eine amerikanische Vision
Rowohlt
Reinbeck bei Hamburg, 1987

Sein erster Fisch
Peter Hammer
Wuppertal, 2000
Ill: Wiebke Oeser

Iskender
Piper
München, 2001

Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt
Peter Hammer
Wuppertal, 2002

Sonnennebel
Piper
München, 2002

Dem König klaut man nicht das Affenfell
Peter Hammer
Wuppertal, 2003

Ein Apfel für den lieben Gott
Peter Hammer
Wuppertal, 2004
Ill: Dorota Wünsch

Leg nieder dein Herz
Carlsen
Hamburg, 2005

Zurück nach Kilimatinde
Piper
München, 2005

Auf dem Strom
SZ Junge Bibliothek
München, 2006

 

Hermann Schulz, Schriftsteller, Weltreisender und Verleger, wurde 1938 als Sohn eines deutschen Missionars im tansanischen Nkalinzi geboren und wuchs im Wendland und am Niederrhein auf. Nach einer Buchhändlerlehre arbeitete er zunächst im Bergbau. Anschließend führten ihn Reisen in mehr als sechzig Länder Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und des Vorderen Orients. Seit 1960 lebt Hermann Schulz in Wuppertal und war von 1967 bis 2001 Leiter des Peter Hammer Verlags, den er durch politische Literatur, Belletristik aus Lateinamerika und Afrika sowie ausgesuchte Kinder- und Jugendliteratur pr ofilierte. Zu seinen Entdeckungen zählen Autoren wie Ernesto Cardenal und Illustratoren wie Wolf Erlbruch. Für seine verlegerische Arbeit wurde ihm u.a. 1998 die Hermann-Kesten-Medaille des PEN-Zentrums Deutschland verliehen.
Seit einigen Jahren schreibt Hermann Schulz viel beachtete Romane, Erzählungen und Bilderbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Bildreich und poetisch schildert er den Lebensalltag in fremden Kulturen und beschreibt Expeditionen in unbekanntes Terrain. Seine Texte sind getragen von dichten ethnographischen Informationen, stecken voll innerer Dramatik, existenzieller Erfahrung und gelassener Heiterkeit. Schulz’ Debütroman „Auf dem Strom“ (1998) wurde von der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ als „erzählerische Kostbarkeit“ gefeiert. Karg und intensiv berichtet er von der dramatischen Reise des Missionars Friedrich Ganse im kolonialen Afrika: Im Boot flussabwärts mit seiner kleinen, todkranken Tochter Gertrud unterwegs und angewiesen auf die Hilfe der Einheimischen, deren S pr ache und Verhalten der Missionar verstehen lernen muss, trennen ihn fünf Tage vom rettenden Hospital. „Selten findet man in der Jugendliteratur aus der Feder europäischer Autoren so genau ausgewogene Porträts von Schwarzafrikanern“, würdigte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ das Buch. Mit ebensolcher kenntnisreichen Empathie werden nationale, kulturelle und religiöse Unterschiede in Hermann Schulz’ erfolgreichstem Kinderbuch porträtiert. In keckem Tonfall erklärt der zwölfjährige Temeo Kirschstein, Kind einer Afrikanerin und eines deutschen Geologen, in „Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt“ (2002) den „Wazungu“, den Europäern, seine tansanische Lebenswelt. Die pfiffige Geschichte wurde für den Deutschen Jugendliteratur pr eis (2003) nominiert.
Neben Ostafrika und Tansania sind es das Ruhrgebiet und das Wendland, in die Hermann Schulz  literarisch immer wieder zurückkehrt: In seinem Jugendroman „Iskender“ (1999), der mit dem Türkischen Kunst- und Kultur pr eis pr ämiert wurde, pr äsentiert er ein vielschichtiges Soziogramm der Folgen der Arbeitsmigration in den siebziger und achtziger Jahren. „Sonnennebel“ (2000) erzählt von dem Taubenzüchter und Kriegswaisen Freddy, der versucht, im Ruhrgebiet der Nachkriegszeit die schwierige Phase des Erwachsenwerdens zu meistern. Schulz’ aktueller Roman, „Leg nieder dein Herz“ (2005), porträtiert die angehende Missionarin Friederike Ganse, die – bigott und erotisch – aus dem Wendland flieht und auf ihrer Reise nach Afrika einen Engländer lieben lernt.
Hermann Schulz’ Werke wurden international ausgezeichnet, als Hörbücher pr oduziert und bereits ins Japanische, Französische, Norwegische und Niederländische übersetzt.
 
© internationales literaturfestival berlinn

Hermann Schulz
© Ali Ghandtschi

Berlin View

Hermann Schulz "Kommabild"