Jenny Robson  [ Südafrika ]

Biographie

Jenny Robson Portrait
©Matt Robson

Gast des ilb 2005.

Bibliographie

Winner's Magic
Heinemann Jaws
Keswahili, 1993

Mellow Yellow
Tafelberg
Cape Town, 1994

Dark Waters
Tafelberg
Cape Town, 1995

Nobody's Perfect
Human & Rousseau
Cape Town, 1995

Where Shadows Fall
Kwela
Cape Town, 1996

Them
Gaborone: African Publishing Services
Botswana, 1996

One Magic Moment
Tafelberg
Cape Town, 1996

Da mußt du durch, Lurch
Elefanten Press
Berlin,  1996
Übersetzung: Marion Schweizer

The Denials of Kow-Ten
Tafelberg
Cape Town, 1998

Because Pula Means Rain
Tafelberg
Cape Town, 2000

Savannah 2116AD
Tafelberg
Cape Town, 2004

All for Love
Peter Hammer
Wuppertal, 2007
Übersetzung: Jutta Himmelreich

Übersetzer: Jutta Himmelreich, Marion Schweizer

Jenny Robson wurde in Kapstadt geboren und wuchs dort zur Zeit der Apartheid auf. Nach dem Studium der Grundschulpädagogik in Mowbray und der Philosophie an der University of South Africa in Kapstadt war sie als Lehrerin im südafrikanischen Simonstown tätig, bevor sie als Musikpädagogin nach Botswana ging. Dort unterrichtet sie Marimba und Steel Drums in der Schule einer Diamantenmine am Rande der Kalahariwüste – wo die Temperaturen häufig über vierzig Grad Celsius erreichen und der seltene Regen zu den beeindruckendsten Naturschauspielen gehört, wie die Autorin erzählt. So ist es auch ihr unmittelbares Lebensumfeld – die tägliche Begegnung mit Kindern und die extremen klimatischen Bedingungen –, das Jenny Robsons literarische Arbeit wesentlich prägt. Erst im Alter von 38 Jahren, nach einer erschütternden Lebenskrise, begann sie zu schreiben und hat seither mehr als dreißig Kinder- und Jugendbücher, Geschichten für Kinder mit Englisch als Zweitsprache, einen Roman für Erwachsene sowie eine Vielzahl von Kurzgeschichten veröffentlicht. Ihre Texte entstehen in stillen Momenten, in den frühen Morgenstunden, am Wochenende und in den Schulferien. Die Kinder, die sie unterrichtet, sind ihr dabei eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.

Über ihre schriftstellerische Arbeit sagt Jenny Robson: »Meine Romane spielen in Afrika. Die Charaktere und Begebenheiten sind zutiefst afrikanisch. Afrika ist mein Zuhause und meine Heimat, und ich glaube, diesem Land gehört all meine Loyalität.« Als Kind einer konservativ-protestantischen weißen Familie, in der die Vielfalt der Religionen und Andersgläubigkeit nicht geduldet wurden, sind ihr Toleranz, gegenseitiger Respekt und friedvolles Zusammenleben sehr wichtig geworden. Die Begegnung mit ihrem Ehemann, dem Engländer Matt Robson, und der tägliche Umgang mit Kindern machten ihr deutlich, dass jedes Lebewesen einzigartig und unvergleichlich wertvoll ist. Dieses Verständnis wurde zum Eckstein ihres Schreibens. In ihren Texten zeigt sie südafrikanische Teenager mit ihren Träumen, Ängsten, Hoffnungen und Problemen, wie sie junge Menschen auch außerhalb des afrikanischen Kontinents erleben. Zugleich berührt sie Themen, die unmissverständlich »afrikanisch« sind: Sie berichtet von Straßengangs im Township und erzählt von Ausgrenzung und Rassismus.

In ihrem Jugendroman »Because Pula Means Rain« (2000; Ü: Weil Pula Regen bedeutet) – 2003 mit dem UNESCO-Preis im Dienste der Toleranz ausgezeichnet – muss sich Emmanuel mit der Diskriminierung durch seine Umgebung auseinandersetzen, die ihn ausschließt: und zwar aus Angst, zu werden wie er, ein ›weißer Schwarzer‹, ein Albino. Eindringlich, spannend und in schlichter Eleganz erzählt Robson in ihrem Roman »Praise Song« (2005) von der jungen Gaone, die der stets präsenten Bedrohung durch Aids begegnen muss. Als am Welt-Aids-Tag ihre Lehrerin tot aufgefunden wird und ihre jüngere Schwester sich mit dem »Don Juan« des Ortes einzulassen droht, ergreift Gaone die Initiative. Die deutsche Übersetzung erschien 2007 unter dem Titel »All for Love«.

Bereits 1992 erhielt Jenny Robson den Nadine Gordimer Short Story Prize. Als erste Autorin wurde ihr viermal in Folge der Sanlam Youth Literature Award (1994ff) zugesprochen. Ein weiteres Mal erhielt sie ihn 2005 für »Praise Song«. In deutscher Übersetzung erschien 1996 »Da musst du durch, Lurch« (Eng. »Don’t Panic, Mechanic«, 1994) und gewann in der Schweiz die Blaue Brillenschlange.

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