Tilman Spengler  [ Deutschland ]

Biographie

Tilman Spengler Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2003, 2004.

Bibliographie

Geistermauern
Rotbuch
Hamburg, 1989

Lenins Hirn
Rowohlt
Reinbek, 1991

Die Stirn, die Augen, der Mund
Rowohlt
Berlin, 1999

Moskau-Berlin
Berlin Verlag
Berlin, 2001

Meine Gesellschaft
Berlin Verlag
Berlin, 2001

Das Glück wartet draußen vor der Stadt
BTB
Berlin, 2002

Wenn Männer sich verheben
Rowohlt
Reinbek, 2002

Der Maler von Peking
BTB
Berlin, 2006

Sind sie öfter hier?: Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen
Ullstein Verlag
Berlin, 2009

Wahr muss es sein, sonst könnte ich es nicht erzählen: 30 Glücksfälle der Weltliteratur
Ullstein Verlag
Berlin, 2011

Tilman Spengler wurde 1947 in Oberhausen geboren. In Heidelberg, Taipeh und München studierte er Sinologie, Politologie und neuere Geschichte. Nach seiner Promotion war er zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften in Starnberg. Anfang der achtziger Jahre folgten Forschungs- und Lehraufenthalte an der Akademie der Wissenschaften in Peking und am Wissenschaftskolleg in Berlin.
Neben seiner akademischen Tätigkeit schrieb er Reportagen und Essays für »Die Zeit«, »Geo« und »Die Woche«. Seit 1980 ist er Mitherausgeber des »Kursbuch«. Spengler arbeitet nicht nur als Schriftsteller, Essayist und freier Journalist, sondern auch als Drehbuchautor und Dokumentarfilmer (»Bitter Balkan«, 1999) sowie als Redenschreiber (u. a. für den ehemaligen Kulturminister Michael Naumann und den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder). Spengler war 1999 Stadtschreiber von Mainz und wurde 2003 mit dem Ernst-Hoferichter-Preis für sein Schaffen ausgezeichnet. Als er im März 2011 Außenminister Guido Westerwelle auf einer Reise nach China begleiten wollte, wurde ihm die Einreise aufgrund seiner kritischen Einstellung gegenüber der chinesischen Regierung sowie einer gehaltenen Laudatio auf den Bürgerrechtler Liao Xiaobo verweigert.
1991 gelang ihm mit »Lenins Hirn« sein erster, viel beachteter Roman, der bisher in 21 Sprachen übersetzt wurde. Im Mittelpunkt der auf historischen Tatsachen beruhenden Romanbiografie steht der Berliner Nervenarzt Prof. Dr. Oskar Vogt (1870–1959), der anhand von Lenins Gehirn einen physischen Beweis für Genialität erbringen wollte. Um China, Bilder und Chinabilder geht es augenzwinkernd in »Der Maler von Peking« (1996) und »Die Stirn, die Augen, der Mund« (1999). Spengler vereint hier sein sinologisches Wissen mit seiner Freude am Fabulieren und lässt dadurch zwei unterschiedliche Epochen Chinas lebendig werden. Sein bevorzugter künstlerischer Kniff ist neben der Ironie die Vermischung von Fakten und Fiktionen. Dadurch wird auch sein Buch »Meine Gesellschaft. Kursbuch eines Unfertigen« (2001) zum Leseerlebnis. Es ist eine Art autobiografisches Kaleidoskop, in dem sich Anekdoten und Tatsachen, Erlebtes und Erfundenes in 62 Abschnitten aneinanderreihen. Tilman Spengler nimmt seine Leser mit auf eine Reise durch seine Welt – frei nach dem Motto »Bestimmte Sachverhalte sind wahr, weil man sie nur so und nicht anders erzählen kann« geht es im Zickzack durch Zeiten, Orte und Befindlichkeiten.
In seinem 2009 veröffentlichten Werk »Sind sie öfter hier?: Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen« geht er dem Geheimnis guter Unterhaltung anhand von Beispielen aus Literatur, Geschichte und Politik auf den Grund. Im September 2011 erscheint Spenglers neustes Buch »Wahr muss es sein, sonst könnte ich es nicht erzählen«, in dem er große Autoren und Meisterwerke der Weltliteratur würdigt.
Tilman Spengler lebt in Ambach am Starnberger See und in Berlin.

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