Les Murray  [ Australien ]

Biographie

Les Murray Portrait
© privat

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

Poem Against Economics
Angus & Robertson
Sydney, 1972

The Boys Who Stole the Funeral
Angus & Robertson
Sydney, 1979

The Vernacular Republic: poems 1961-1981
Angus & Robertson
Sydney, 1982

The people’s otherworld
Angus & Robertson
London, 1983

Persistence in Folly
Sirius
London, 1984

The Australian Year
Angus & Robertson
North Ryde, 1985

Selected Poems
Carcanet
Manchester, 1986

The Daylight Moon
Carcanet
London, 1988

The Idyll Wheel
Officina Brindabella
Canberra,1989

Blocks and Tackles: articles and essays 1982-1990
Angus & Robertson
London, 1990

Dog Fox Field
Carcanet
London, 1991

The Paperbark Tree
Carcanet
Manchester, 1992

Translation from the Natural World
Farrar, Straus and Giroux
New York, 1994

Ein ganz gewöhnlicher Regenbogen
Hanser
München, 1996
Übersetzung: Margitt Lehbert

Subhuman Redneck Poems
Duffy & Snellgrove
Sydney, 1996

A Working Forest
Duffy & Snellgrove
Potts Point, 1997

The Quality of Sprawl
Duffy & Snellgrove
Sydney, 1999

Conscious & Verbal
Duffy & Snellgrove
Sydney, 1999

Learning Human
Carcanet
Manchester, 2001

Poems the Size of Photographs
Duffy & Snellgrove
Sydney, 2002

Collected Poems
Duffy & Snellgrove
Sydney, 2002

The Full Dress
National Gallery of Australia
Canberra, 2002

New Collected Poems
Carcanet
Manchester, 2003

Fredy Neptune
Ammann
Zürich, 2004
Übersetzung: Thomas Eichhorn

Traumbabwe
Ammann
Zürich, 2005
Übersetzung: Margitt Lehbert

Gedichte, groß wie Photos
Edition Rugerup
Hörby/Schweden, 2006
Übersetzung: Margitt Lehbert

The Biplane Houses
Carcanet
Manchester, 2006

Übersetzer: Thomas Eichhorn, Margitt Lehbert

Les Murray wurde 1938 auf einer Farm in Nabiac/New South Wales, Australien, geboren. Als Einzelkind verfiel er bald autodidaktischen Gewohnheiten. Ganz in der Familientradition – ein Verwandter in Schottland hatte das riesige Oxford English Dictionary redigiert und teilweise geschrieben – erwies sich der junge Murray als äußerst sprachbegabt, aber für eine akademische Laufbahn als viel zu träumerisch und eigensinnig. Nach dem Studium arbeitete er als Übersetzer an der Australian National University in Canberra. 1965 brachte er zusammen mit Geoffrey Lehmann den ersten Gedichtband „The Ilex Tree“ heraus, der mit dem Grace Leven Prize for Poetry ausgezeichnet wurde. Anfang der siebziger Jahre ließ sich Les Murray als freier Schriftsteller und Literaturkritiker in Sydney nieder. Von 1973 bis 1980 war er Herausgeber von „Poetry Australia“, später wurde er Literaturredakteur des Magazins „Quadrant“. Als mehrfach preisgekrönter Dichter kann Les Murray heute auf ein umfangreiches dichterisches Œuvre zurückblicken, das sich durch eine enorme Themenvielfalt, ein überaus breites Spektrum poetischer Formen und große sprachliche Virtuosität auszeichnet. So verbindet er beispielsweise traditionelle Lyrikformen des westlichen Kulturkreises mit poetischen Elementen aus der mündlichen Kultur der Aborigines. Inspiriert von deren langen narrativen Gedichten verfasste er in hundertvierzig Sonetten seinen ersten Versroman „The Boys Who Stole a Funeral“ (1979). Acht Jahre lang, von 1988 bis 1996, litt er unter schweren Depressionen. Doch gerade in dieser Zeit schuf er einige seiner wichtigsten Werke: die einzigartigen Tier- und Naturgedichte „Translations from the Natural World“ (1992), „Subhuman Redneck Poems“ (1993), eine Hommage an die einfachen Leute, und den epischen Versroman „Fredy Neptune“ (1998; dt. 2004), den er als seine „heimliche Autobiographie“ bezeichnet. Fredy Neptune ist durch eine Gewalttat an den Armeniern, die er hilflos mitansehen musste, traumatisiert. Seither unfähig zur Schmerzempfindung und deshalb übermenschlich stark, reist er durch die Welt. Über seinen Zugang zur Poesie sagt Les Murray: „Die poetische Erfahrung scheint letztendlich eine Erfahrung der Ganzheit zu sein. Wenn ein Gedicht echt ist, ist es unerschöpflich; es lässt sich nicht zusammenfassen oder in andere Worte übertragen. Es ist gekennzeichnet durch eine merkwürdige Simultaneität von Stille und rasender Erregung.“ 2005 wurde der Roman mit dem ersten Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. In deutscher S pr ache erschienen sind seitdem die Gedichtauswahl „Traumbabwe“ (2005) und der Band „Gedichte, groß wie Photos“ (2006; engl. „Poems the Size of Photographs”, 2002). In dieser zweis pr achigen Publikation sind mehr als 80 von Murrays Gedichten enthalten, die die ganze Bandbreite seiner Kunst und seiner Themen vermitteln. Sein neuester Lyrikband „The Biplane Houses“ (2006; Ü: Die Doppeldecker-Häuser) wurde im letzten Jahr veröffentlicht. Les Murray lebt derzeit in Bunyah/New South Wales.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.lesmurray.org/]