Joseph Olshan  [ USA ]

Biographie

Joseph Olshan Portrait
© Bloomsbury

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

A Warmer Season
Bloomsbury
London, 1987

The Waterline
Bloomsbury
London, 1989

Claras Herz
dtv
München, 1992
Übersetzung: Matthias Müller

Sound of Heaven
Bloomsbury
London, 1992

Arbeit an einem Wunder
[mit Mahlon Johnson]
Berlin Verlag
Berlin, 1997
Übersetzung: Barbara Schaden

Vanitas
Bloomsbury
London, 1998

In Clara’s Hands
Bloomsbury
London, 2001

Der Nachtschwimmer
dtv
München, 2003
Übersetzung: Gerold Hens

Übersetzer: Gerold Hens, Matthias Müller

Joseph Olshan wurde in den USA geboren. In den neunziger Jahren unterrichtete er kreatives Schreiben an der New York University. Bis 2002 war er Herausgeber des Verlags Delphinium Books. 1985 gewann Olshan mit seinem Debütroman „Clara’s Heart“ (1985; dt. „Claras Herz“, 1986) den Jonathan Cape Literaturwettbewerb junger Autoren der Londoner „Times“. Drei Jahre später wurde das Buch mit Whoopi Goldberg in der Hauptrolle verfilmt. Thema des Romans ist die ungewöhnliche Beziehung, die sich zwischen David, einem pubertierenden amerikanischen Jungen, und seiner jamaikanischen Erzieherin Clara entwickelt. Clara nimmt eine wichtige Rolle als ‚Ersatzmutter’ für David ein, dessen Eltern mehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt sind, als dass sie sich für die Bedürfnisse ihres Sohnes interessieren. David vertraut ihr seine Sorgen an und lernt sogar jamaikanisches Patois, aber er geht in seiner Sehnsucht nach Nähe und Akzeptanz zu weit. In der innigen Beziehung kommt es zum Bruch, weil David Claras Grenzen verletzt, um ihr Geheimnis zu ergründen. Rund fünfzehn Jahre später entstand mit „In Clara’s Hands“ (2001) eine Fortsetzung der Geschichte. Auch in seinen anderen Romanen gilt das Interesse des Autors der emotionalen und psychologischen Dynamik in komplexen Beziehungskonstellationen. „Nightswimmer“ (1994; dt. „Nachtschwimmer“, 1999) erzählt anhand der Liebesgeschichte zwischen Will Kaplan und Sean Paris im New York der neunziger Jahre von Begierde und Verlust, von Nähe und Distanz, von Sex und „der Angst vor dem Ertrinken in der Liebe“. Die Kritik lobte den Roman für die psychologische Genauigkeit und die realistische Erzählweise. Hierin liegt auch die Stärke von „Vanitas“ (1988). In diesem Roman beauftragt der aidskranke New Yorker Kunsthändler Elliott Garland den Autor Sam Solomon mit dem Schreiben seiner Memoiren und bittet ihn, seinem Ex-Freund Bobby LaCour, der in London lebt, eine Zeichnung zurückzugeben. Es entspinnt sich ein kompliziertes Verhältnis zwischen den drei Männern, geprägt von Obsessionen, Begierde und Eifersucht. Neben bisher sieben Romanen schrieb Joseph Olshan Artikel für verschiedene amerikanische und britische Zeitungen, darunter die „New York Times“, „Washington Post“ und die „London Times“. Außerdem veröffentlichte er regelmäßig Buchkritiken im „Wall Street Journal“. Zusammen mit dem Arzt Mahlon Johnson, einem Neuropathologen, der sich bei einer Obduktion mit HIV infizierte, verfasste er unter dem Titel „Working On A Miracle“ (1997; dt. „Arbeit an einem Wunder“, 1998), einen Bericht über Johnsons Versuche, die Krankheit zu überwinden. Joseph Olshan arbeitet derzeit an einem neuen Roman und lebt in Woodstock/Vermont sowie in New York.

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