† Gore Vidal  [ USA ]

Biographie

Gore Vidal Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

The Season of Comfort
Dutton
New York, 1949
 
Romulus
Grove Press
New York, 1966
 
Myra Breckinridge
Blond
London, 1968
 
A Thirsty Evil: seven short stories
Books for Libraries Press
Freeport, 1970
 
Betrachtungen auf einem sinkenden Schiff
Kipenheuer & Witsch
Köln, Berlin, 1971
Übersetzung: Eric Burger
 
Angenehme Reise und Witwen am Nachmittag
Bühnenverlage
Wien, München, 1972
Übersetzung: Eric Burger
 
Burr
Random House
New York, 1973
 
Myron
Random House
New York, 1974
 
1876
Random House
New York, 1976
 
Matters of Fact and Fiction
Random House
New York, 1977
 
Kalki
Random House
New York, 1978
 
Creation
Random House
New York, 1981
 
The Second American Revolution and Other Essays
Random House
New York, 1982
 
Duluth
Random House
New York, 1983
 
Lincoln
Random House
New York, 1984
 
American Plastic
Hoffmann & Campe
Hamburg, 1986
 
Dark Green, Bright Red
Ballantine Books
New York, 1986
 
Ich, Cyrus
Hoffmann & Campe
Hamburg, 1986
 
Armageddon?
Andre Dutsch
London, 1987
 
Empire
Random House
New York, 1987
 
A View from the Diners Club
Andre Dutsch
London, 1991
 
Live from Golgotha
Andre Dutsch
London, 1992
 
Screening History
Andre Dutsch
London, 1992
 
United States: Essays
Random House
New York, 1993
 
The City and the Pillar
Andre Dutsch
London, 1994
 
Hollywood
Goldmann
München, 1995
Übersetzung: Günter Panske
 
Palimpset
Goldmann
München, 1998
Übersetzung: Friedrich Griese
 
The Smithsonian Institution
Little Brown
London, 1998
 
Virgin Islands
Abacus
London, 1999
 
Das ist nicht Amerika
Knaur
München, 2002
Übersetzung: Ulrich Blumenbach
 
God Bless Amerika oder Die Verbrechen einer Supermacht
Verlag Europäische Ideen
Berlin, 2000
 
Das goldene Zeitalter
Knaus
München, 2001
Übersetzung: Silvia Moravetz
 
Ewiger Krieg für ewigen Frieden
Europäische Verlagsanstalt
Hamburg, 2002
Übersetzung: Bernhard Jendricke, Barbara Steckhan
 
Lincoln
Goldmann
München, 2002
Übersetzung: Christian Spiel, Rudolf Hermstein
 
Bocksgesang
Europäische Verlagsanstalt
Hamburg, 2003
Übersetzung: Bernhard Jendricke, Rita Seuß
 
Amerikas Traum vom Fliegen
Müller & Nerding
München, 2003
 
Inventing a Nation
Yale University Press
New Haven, 2003
 
Die vergessliche Nation
Europäische Verlagsanstalt
Hamburg, 2004
Übersetzung: Bernhard Jendricke

Conversations with Gore Vidal (Ed. Richard Peabody)
University Press of Mississippi
Jackson, 2005

Point to Point Navigation: A Memoir 1964 to 2006
Doubleday
New York, 2006

Clouds and Eclipses: The Collected Short Stories
Carroll & Graf
New York, 2006

Übersetzer: Gottfried Beutel, Ulrich Blumenbach, Eric Burger, Stefan Dornuf, Dieter Dörr, Friedrich Griese, Gesa Gross, Rudolf Hermstein, Bernhard Jendricke, Barbara Jung, Peter Kobbe, Gabriele Kocklemus-Jochum, Kollektiv Drucker-Reif, Helmut Kossodo, Silvia Morawetz, Günter Panske, Rita Seuß, Christian Spiel, Barbara Steckhan, Kurt Wagenseil, Philipp Weiler

Gore Vidal wurde 1925 in Westpoint, New York, geboren. Sein vollständiger Taufname, Eugene Luther Gore Vidal, verweist auf seinen Großvater, den Senator Thomas Pryor Gore, und damit auf seine Herkunft aus einer der politisch einflussreichsten Familien der USA. Mit 18 Jahren trat er in die Armee ein und diente 1945 als Stabsobermaat auf einem Transportschiff in den Alëuten vor Alaska. Zu dieser Zeit entstand sein erster Roman „Williwaw“, eine an Hemingway und Melville orientierte Seefahrergeschichte, die er 1946 veröffentlichte. Nach diesem ersten Erfolg gab er seine Stellung bei einem Verlag, die er nach der Ausmusterung angenommen hatte, auf. Als freier Schriftsteller zog er 1946 nach Guatemala und brach 1948 zu einer ausgedehnten Europareise auf, in deren Verlauf er mit literarischen Größen wie André Gide persönlich bekannt wurde. Im gleichen Jahr wurde sein Roman „The City and the Pillar“ (dt. „Geschlossener Kreis“, 1986) veröffentlicht, der die Öffentlichkeit schockierte, weil in ihm erstmals ein homosexueller Protagonist agierte, der weder exzentrisch war noch sich in einem zweifelhaften Milieu bewegte, sondern aus der kleinbürgerlichen Mitte der Gesellschaft stammte. Trotz dieses ersten Bestsellers blieb ihm die Anerkennung der Kritik in den Folgejahren verwehrt. Vidal wandte sich daraufhin Detektivgeschichten, Drehbüchern für Film und Fernsehen sowie Broadway-Stücken und Essays zu.

Nicht zuletzt durch die familiäre Nähe zu den Mächtigen des Landes entwickelte Vidal politisches Gespür. Seit Mitte der fünfziger Jahre war sein aktives Engagement in der Politik der Vereinigten Staaten unübersehbar, er kandidierte für politische Ämter und gehörte dem ‚inner circle’ von John F. Kennedy an.

Minutiös recherchierte historische Romane, in denen antike und amerikanische Geschichte und ihre ambivalenten Helden wie Julian, Xerxes, Lincoln und Burr charakterisiert werden, spiegeln eine Facette seines produktiven, in allen Sparten beheimateten Œvres. Eine andere ist die parodistische Komponente, die z. B. im Spiel mit der Travestie, wie in „Myra Breckinridge“ (1968; dt. 1969), deutlich wird oder in „Messiah“ (1954; dt. „Messias“, 1977) und „Live from Golgotha“ (1992; dt. “Golgatha live“, 1993), wenn die christlich-scheinheiligen Fundamente der Gesellschaft infrage gestellt werden. Sein Ruf als bissiger und präziser Kommentator der politischen Verhältnisse in den USA ist legendär. Aktueller Beleg dafür sind seine auch in deutscher Übersetzung erschienenen Essaybände „Perpetual War for Perpetual Peace“ (2002; dt. „Ewiger Krieg für ewigen Frieden“, 2002), „Goat Song“ (2002; dt.  „Bocksgesang“; 2003) und „Imperial America“ (2004; dt. „Die vergessliche Nation. Wie die Amerikaner ihr politisches Gedächtnis verkaufen“, 2004), in denen er vor allem die amerikanische Außenpolitik kritisiert. Nach vielen Jahren in Italien lebte Gore Vidal hauptsächlich wieder in den USA und verstarb am 31. Juli 2012 im Alter von 86 Jahren in Los Angelas.

© internationales literaturfestival berlin

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