Claudio Magris  [ Italien ]

Biographie

Claudio Magris Portrait
© Frank Hensel

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

Wilhelm Heinse
Del Bianco
Udine, 1968

Weit von wo. Verlorene Welt des Ostjudentums
Wien
Europaverlag, 1974

L'anarchico al bivio: intellettuale e politica nel teatro di Dorst
[mit Cesare Cases]
Einaudi
Torino, 1974

Studien zur Literatur der Juden in Osteuropa
[Mit Jacob Allerhand]
Roetzer
Eisenstadt, 1977

Dietro le parole
Garzanti
Milano,1978

Die andere Vernunft, E. T. A. Hoffmann
Hain
Königstein/Ts., 1980 
Übersetzung: Paul Walcher, Petra Braun

Itaca e oltre
Garzanti
Milano, 1982

Mutmaßungen über einen Säbel
Hanser
München, 1986
Übersetzung: Ragni Maria Gschwend

Der Ring der Clarisse
Suhrkamp
Frankfurt am Main, 1987
Übersetzung: Christine Wolter

Stadelmann
Garzanti
Milano, 1988

Ein anderes Meer
Hanser
München, 1992
Übersetzung: Karin Krieger

Wer steht auf der anderen Seite?
Residenz-Verl.
Salzburg ; Wien, 1993
Übersetzung: Renate Lunzer

Il Conde
Il Melangolo
Genova, 1993

Vier seltsame Leben
AER
Bozen, 1995
Übersetzung: Ragni Maria Gschwend

Le voci
Il Melangolo
Genova, 1995

Donau
Zsolnay
Wien, 1996
Übersetzung: Heinz-Georg Held

Triest
[mit Angelo Ara]
Zsolnay
Wien, 1999
Übersetzung: Ragni Maria Gschwend

Der habsburgische Mythos in der modernen österreichischen Literatur
Zsolnay
Wien, 2000
Übersetzung: Madeleine von Pasztory

Utopie und Entzauberung
Hanser
München, 2002
Übersetzung: Ragni Maria Gschwend und Karin Krieger

Die Ausstellung
Hanser
München, 2004
Übersetzung: Hanno Helbling

Die Welt en gros und en détail
dtv
München, 2004
Übersetzung: Ragni Maria Gschwend

Schon gewesen sein
Korrespondenzen
Wien, 2004
Übersetzung: Marianne Frisch

L´infinito viaggiare
Mondadori
Mailand, 2005

La storia non è finita
Garzanti
Milano, 2006

Lei dunque capirà
Garzanti
Milano, 2006

Blindlings
Hanser
München, 2007
Übersetzung: Ragni Maria Gschwend

Übersetzer: Ragni Maria Gschwend, Hanno Helbling, Heinz- Georg Held, Karin Krieger, Madeleine von Pasztory

Claudio Magris wurde 1939 in Triest, Italien, geboren. Er studierte Literatur und Philosophie in Turin. Seine Dissertation „Il mito asburgico nella letteratura austriaca moderna“ (1963; dt. „Der Habsburgische Mythos in der österreichischen Literatur“, 1966/2000), die er im Alter von vierundzwanzig Jahren publizierte, bildet den thematischen und theoretischen Ausgangspunkt seiner späteren Publikationen. Nach einem Studienaufenthalt in Freiburg lehrte er zunächst an der Universität Turin, bevor er 1978 Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universtität Triest wurde. Als Spezialist für mitteleuropäische Literatur publizierte er zahlreiche Essays und kritische Studien über Schriftsteller wie Wilhelm Heinse, E. T. A. Hoffmann und Joseph Roth. Seit den späten siebziger Jahren schrieb er regelmäßig für eine Kolumne der Zeitung „Corriere della Sera“. Eine Auswahl der Texte wurde 1982 in „Itaca e oltre“ (Ü: Itaca und anderes) veröffentlicht. Im selben Jahr erschien in Zusammenarbeit mit dem Historiker Angelo Ara „Trieste. Un’identità di frontiera“ (dt. „Triest. Eine literarische Hauptstadt in Mitteleuropa“, 1987). Auf dem kultur- und literaturwissenschaftlichen Streifzug durch die Stadt, in der einst James Joyce, Italo Svevo und andere Schriftsteller lebten, stellen die Autoren angesichts der heterogenen Einflüsse des k. u. k.-Imperiums und der italienischen, slowenischen, deutschen, griechischen und jüdischen Kulturen die Frage nach der Identität Triests. Vier Jahre später begab sich Claudio Magris mit „Danubio“ (1986; „Donau. Biographie eines Flusses“, 1988) auf Spurensuche nach der habsburgischen Vielvölkermonarchie. Während er dem Verlauf des "einzig wahrhaft europäischen Flusses" folgt, zeichnet er in einem essayistisch-biographischen Reisebericht – bestehend aus Mythen, Anekdoten, Geschichten von Menschen, Städten und Landschaften, philosophischen und literarischen Reflexionen – ein detailreiches Panorama des Kultur- und Literaturraumes Donau. Zu seinen nicht-essayistischen Texten zählen die Novelle „Illazioni su una sciabola“ (1984; „Mutmaßungen über einen Säbel“, 1986), das Theaterstück „Stadelmann“ (1988) und der Roman „Un altro mare“ (1991; „Ein anderes Meer“, 1992). Claudio Magris wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. 1997 erhielt er den wichtigsten italienischen Literaturpreis, den Premio Strega, für „Microcosmi“ (1996; „Die Welt en gros und en détail“, 1999), 2004 den Prinz-von-Asturien-Preis und 2005 den „Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur“. Essays aus den Jahren 1974 bis 1998 sind in „Utopia e disincanto“ (1999; „Utopie und Entzauberung“, 2002) versammelt. Claudio Magris lebt in Triest.

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