Burkhard Spinnen  [ Deutschland ]

Biographie

Burkhard Spinnen Portrait
© Peter Stiens

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

Dicker Mann im Meer
Frankfurter Verlagsanstalt
Frankfurt/Main, 1991

Langer Samstag
Schöffling
Frankfurt/Main, 1995

Trost und Reserve
Schöffling
Frankfurt/Main, 1996

Belgische Riesen
Schöffling
Frankfurt/Main, 2000

Bewegliche Feiertage
Schöffling
Frankfurt/Main, 2000

Kalte Ente
Goldmann
München, 2002

Schriftbilder
Schöffling
Frankfurt/Main, 2003

Der schwarze Grat
Schöffling
Frankfurt/Main, 2003

Lego-Steine
Schöffling
Frankfurt/Main, 2004
Ill: Kai Voigtmann

Der Reservetorwart
Schöffling
Frankfurt/Main, 2004

Kram und Würde
Schöffling
Frankfurt/Main, 2006

Burkhard Spinnen wurde 1956 in Mönchengladbach, BRD, geboren. Er studierte Germanistik, Publizistik und Soziologie an der Universität Münster. Nach seiner Promotion war er dort bis 1995 wissenschaftlicher Assistent am Germanistischen Institut. Seine Dissertation über die Geschichte der emblematischen Kurzprosa mit Studien zu Peter Altenberg und Karl Kraus wurde 1991 unter dem Titel „Schriftbilder“ publiziert. Seine Auseinandersetzung mit kurzen Prosatexten geht jedoch über ein rein wissenschaftliches Interesse hinaus. Im selben Jahr erschien mit „Dicker Mann am Meer“ auch sein literarisches Debüt. Der Band mit zwölf Kurzgeschichten über die Abgründe des vermeintlich normalen Alltags wurde 1991 mit dem aspekte-Literaturpreis des ZDF ausgezeichnet. Neben wissenschaftlichen, essayistischen und literarischen Texten, die u. a. in Magazinen wie „Freibeuter“ und „Sprache im technischen Zeitalter“ veröffentlicht wurden, schreibt Burkhard Spinnen Rezensionen, beispielsweise für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Von 1997 bis 2000 war er Gastdozent für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Von 2000 bis 2006 war er Juror beim Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Acht Jahre zuvor hatte er dort selbst als Autor vor der Jury seine Erzählung „Der Pfeiler“ gelesen und den Preis der Kärntner Industrie erhalten. In seinen Geschichten zeichnet er Bilder des bundesdeutschen Provinzalltags. Er setzt seine Protagonisten kleinen Irritationen aus, durch die die Abgründe ihres bis zur Erstarrung geordneten Lebens sichtbar werden. Der Autor wahrt zu seinen Figuren nüchterne Distanz. Er beschreibt ihr Verhältnis zur Umwelt detailliert in einer unverwechselbar präzisen Sprache und verzichtet konsequent auf jegliche Charakterisierung durch psychologische Exkurse. Dem zweiten Erzählband „Kalte Ente“ (1994) folgte 1995 der Roman „Langer Samstag“, der in der Schilderung einer mißglückenden Beziehung zwischen einem Verwaltungsjuristen und einer Unternehmensberaterin immer wieder Raum für kleine verschrobene Gedankenspiele und abseitige Anekdoten lässt. Burkhard Spinnens Faszination für die erzählerische Kurzform zeigt sich u. a. in den sechzig Kürzestgeschichten von „Trost und Reserve“ (1996) und in seinen autobiographischen Prosaminiaturen „Lego-Steine“ (2004). Er erhielt neben den genannten Auszeichnungen den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 1999, den Oldenburger Kinder- und Jugendliteraturpreis für den Kinderroman „Belgische Riesen“ (2000), 2003 den Herbert-Quandt-Medien-Preis für die ungewöhnliche Biographie des schwäbischen Unternehmers Walter Lindenmaier mit dem Titel „Der schwarze Grat“ (2003) sowie den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld (2004) . Zuletzt erschien die Glossensammlung „Kram und Würde“ (2006). Burkhard Spinnen lebt in Münster.

© internationales literaturfestival berlin