† Alan Sillitoe

Biographie

Alan Sillitoe Portrait
© Doris Poklekowski, www.foto-poklekowski.de

Gast des ilb 2004.

Bibliographie

Schlüssel zur Tür
Volk & Welt
Berlin, 1966
Übersetzung: Stephan Hermlin, Heinz Kamnitzer
 
The Death of William Posters
Macmillan
London, 1969
 
Guzman, Go Home and other stories
Allen
London, 1970
 
The General
Pan Books
London, 1970
 
Barbarians and Other Poems
Turret Books
London, 1973
 
Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
Diogenes
Zürich, 1975
Übersetzung: Günther Klotz
 
Die Lumpensammlerstochter
Dtv
München, 1975
Übersetzung: Wulf Teichmann
 
Der brennende Baum
Diogenes
Zürich, 1975
Übersetzung: Peter Naujack
 
Samstagnacht und Sonntagmorgen
Diogenes
Zürich, 1976
Übersetzung: Gerda von Uslar
 
Ein Start ins Leben
Diogenes
Zürich, 1978
Übersetzung: Günter Eichel
 
Männer, Frauen und Kinder
Diogenes
Zürich, 1981
Übersetzung: Wulf Teichmann
 
Fussball
Diogenes
Zürich, 1981
Übersetzung: Hedwig Jolenberg, Günther Klotz
 
Die Flamme des Lebens
Diogenes
Zürich, 1982
Übersetzung: Hanna Neves
 
The Saxon Shore Way
Hutchinson
London, 1983
 
Down from the Hill
Granada
London, 1984
 
Der Mann, der Geschichten erzählte
Diogenes
Zürich, 1987
Übersetzung: Hanna Neves
 
Die Frau auf der Brücke
Bastei Verlag Lübbe
Bergisch Gladbach, 1989
Übersetzung: Ingrid von Rosenberg
 
Meistererzählungen
Diogenes
Zürich, 1991
Übersetzung: Wulf Teichmann, Hedwig Joenberg
 
Leonard’s War
HarperCollins
London, 1991
 
Life without Armour
HarperCollins
London, 1995
 
Verschollen
Lübbe
Bergisch Gladbach, 1997
 
Alligator Playground
Flamingo
London, 1998
 
The Broken Chariot
Flamingo
London, 1998
 
The German Numbers Woman
Flamingo
London, 1999
 
Birthday
Flamingo
London, 2002
 
A Flight of Arrows
Robson Books
London, 2003
 
A Man of His Time
Flamingo
London, 2004

Übersetzer: Anna von Cramer-Klett, Günter Eichel, Fritz Güttinger, Günther Klotz, Peter Naujack, Hanna Neves, Gerda von Uslar

Alan Sillitoe wurde 1928 in Nottingham geboren. Sein Vater, ein Arbeiter, war während der Wirtschaftskrise in den dreißiger Jahren erwerbslos, und Sillitoe begann, sich mit Büchern zu beschäftigen, die er sich von seinem ersparten Taschengeld kaufte oder aus der öffentlichen Bibliothek auslieh. Im Alter von vierzehn Jahren ging er von der Schule ab und arbeitete bis 1946 in verschiedenen Fabriken, später als Funker bei der Royal Air Force. Nach zwei Jahren in Malaya erkrankte er an Tuberkulose und verbrachte ein Jahr in einem Krankenhaus der RAF, währenddessen er sich dem Studium der Weltliteratur von der Antike bis zur Gegenwart widmete. Aus der Armee mit einer Versehrtenrente entlassen, lebte er mit der Schriftstellerin Ruth Fainlight, die später seine Frau wurde, in Südfrankreich und anschließend in Mallorca. Während der sechs Jahre im Ausland schrieb Sillitoe mehrere Romane, die jedoch nicht veröffentlicht wurden, was er später allerdings nicht für ein Unglück hielt. Dann verfasste er „Saturday Night and Sunday Morning“ (dt. „Samstag nacht und Sonntag morgen“, 1961): Das Werk erschien im Jahr 1958 – nachdem mehrere Verlage das Manuskript abgelehnt hatten. Ein Jahr später wurde „The Loneliness of the Long Distance Runner“ (1959; dt. „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“, 1967) veröffentlicht. Beide Bücher erfuhren weltweit große Anerkennung.

Obwohl er sich selbst nie als “Angry Young Man” sah, wurde er dennoch zur literarischen Strömung der damaligen Zeit um die Schriftsteller John Osborne, Shelagh Delaney, John Braine, John Wain, Arnold Wesker, Kingsley Amis und anderen gezählt. Wie sie führte Sillitoe die realistische Darstellung des Arbeitermilieus nach dem Krieg ein. Doch seine Helden sind keine typischen Klassenkämpfer, sondern anarchische Kraftprotze, die unabhängig von ihrem sogenannten sozialen Stand auf ihren eigenen Werten bestehen und jede Anpassung an Partei oder Staat verweigern. Die Probleme des Individuums sind bei Sillitoe mit Sympathie, Einfühlungsvermögen und Detailbewusstsein gezeichnet. Diese kraftvolle Spannung, die seine frühen Werke durchzieht, steht immer noch für den Autor Sillitoe – und doch hat er noch weitere Romane und Kurzgeschichten geschrieben, von denen die Hälfte in Nottingham spielt. So spiegelt die Trilogie „The Death of William Posters (1965, dt. “Der Tod des William Posters“, 1969), „A Tree on Fire“ (1967, dt. „Der brennende Baum“, 1975) und „The Flame of Life“ (1974, dt. „Die Flamme des Lebens“, 1982) das kontroverse Jahrzehnt der 1960er Jahre mit ihren sozialen und politischen Strömungen. In diesen Werken wenden sich die unsicheren, suchenden Protagonisten von ihrem konventionellen Familienleben ab, um schließlich doch zu ihm zurückzukehren, weil sie keine bessere Form menschlichen Zusammenlebens finden können.

Sillitoe ist nicht nur Romancier; sein Werk umfasst auch Gedichtbände, die Autobiographie “Life Without Armour” (1995), Theaterstücke, Essays und Kinderbücher. Sein letzter Roman “A Man of His Time” behandelt Leben und Nöte eines Schmiedes in Nottingham und erschien 2004. Alan Sillitoe ist am 25. April 2010 gestorben.

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