Tatjana Tolstaja  [ Russland ]

Biographie

Tatjana Tolstaja Portrait
© Doris Poklekowski, www.foto-poklekowski.de

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Stelldichein mit einem Vogel
Luchterhand
Frankfurt/Main, 1989
Übersetzung: Sylvia List

Sonja
Luchterhand
Frankfurt/Main, 1991
Übersetzung: Sylvia List

Und es fiel ein Feuer vom Himmel
Rowohlt
Berlin, 1992
Übersetzung: Sylvia List

Reka Okkervil
Podkova
Moskva, 1999

Den
Podkova
Moskva, 2001

Notsch
Podkova
Moskva, 2001

Isjum
Podkova
Moskva, 2002

Kys
Rowohlt
Berlin, 2003
Übersetzung: Christiane Körner

Krug
Eksmo
Moskva, 2003

Pushkin’s Children
Houghton Mifflin
Boston, 2003
Übersetzung: Jamey Gambrell

Belye steny
Eksmo
Moskva, 2004

Ne kys
Eksmo
Moskva, 2004

Schenskij den
Eksmo
Moskva, 2006

Übersetzer: Christiane Körner, Silvia List

Tatjana Tolstaja wurde 1951 in St. Petersburg (Leningrad), Russland, geboren. Sie studierte Altphilologie in Leningrad. Anschließend war sie für kurze Zeit als Lektorin tätig, bevor sie nach Moskau ging, um dort als Autorin zu arbeiten. Ihre erste Sammlung von Erzählungen (1987; dt. „Stelldichein mit einem Vogel“, 1989), war ein großer literarischer Erfolg, der sie über Nacht zu der bekanntesten Schriftstellerin der Sowjetunion machte.
1989 verließ sie Moskau und ging in die USA. In den neunziger Jahren lehrte sie an der Princeton University in New York und am Skidmore College in New Jersey, während sie für Magazine wie „The New York Review of Books“ zahlreiche, teils kritische, teils humorvolle  Essays zur russischen Literatur und Politik verfasste. Zwanzig dieser essayistischen Texte wurden 2003 unter dem Titel „Pushkin’s Children. Writings on Russia and Russians“ in den USA veröffentlicht. Im Jahr 2000 kehrte sie nach Russland zurück. Dort vollendete sie innerhalb eines Monats ihren ersten Roman „Kys“, den sie bereits 1986, vierzehn Jahre früher, angefangen hatte zu schreiben.
Tatjana Tolstaja entwirft in „Kys“ die düstere, bizarre Welt eines zukünftigen Russland. Dieses Reich wird beherrscht von einem Diktator und bevölkert von missgestalteten Menschen und Mutationen, die in Schrecken vor der grausamen Kreatur Kys leben. Der Besitz von Büchern ist verboten, doch für den Protagonisten Benedikt ist das Lesen eine Droge. Tolstaja entfaltet den märchenhaften Zauber ihrer Erzählkunst, bezieht sich auf russische Erzähltraditionen, spielt mit alten kyrillischen Buchstaben, erfindet neue Wörter, schwelgt in literarischen Anspielungen und zitiert überdies neben Gogol, Tschechow, Tolstoi und Puschkin andere Größen der Weltliteratur. „Ich habe die Texte in mein Buch aufgenommen, die beim Schreiben aus meinem Unbewussten aufgetaucht sind.“
In deutscher Sprache sind neben „Kys“ (2003) mehrere Bände mit Erzählungen von ihr erschienen: „Stelldichein mit einem Vogel“ (1989), „Sonja“ (1991) sowie „Und es fiel ein Feuer vom Himmel“ (1992). Tatjana Tolstaja kommentiert nicht nur als Schriftstellerin und Essayistin, sondern auch als Fernsehmoderatorin kritisch-ironisch die Lage ihrer Nation.
Sie lebt in Moskau, New York und Petersburg.

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