Soti Triantafillou  [ Griechenland ]

Biographie

Soti Triantafillou Portrait
© privat

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Meres pou emiasan me mantarini
Ägokeros
Athen, 1990

To enaerio treno sto Sitwell
Delfini
Athen, 1994

Savato vradi stin akri tis polis
Polis
Athen, 1996

Avrio, mia alli chora
Polis
Athen, 1997

Der unterirdische Himmel
Zsolnay
Wien, 2001
Übersetzung: Birgit Hildebrand

Ftochi Margo
Patakis
Athen, 2003

Albatros
Patakis
Athen, 2003

Die Bleistiftfabrik
Zsolnay
Wien, 2004
Übersetzung: Birgit Hildebrand

Übersetzerin: Birgit Hildebrand

Soti Triantafillou wurde 1957 in Athen geboren. Nach einem Pharmakologiestudium in der griechischen Hauptstadt promovierte sie an der Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociales in den Fächern Geschichte und Kulturgeschichte. An der University of New York machte sie einen Doktor in Urban Studies, anschließend absolvierte sie ein Romanistikstudium an der Universität von Athen. Triantafillou ist als Dozentin, Übersetzerin, Lektorin und Journalistin tätig. Sie hat nicht nur sechs Monographien zum Thema Kino herausgebracht, sondern seit 1990 auch ein umfangreiches literarisches Oeuvre mit Bestsellerqualitäten geschaffen.

In ihrer Heimat ist die kosmopolite Triantafillou die vielleicht erfolgreichste Schriftstellerin ihrer Generation. Sie verkörpert genau den Typ selbstironischer Stadtneurotiker, den man in der griechischen Literatur bislang vergeblich suchte. Darüber hinaus schreibt sie – auch das unterscheidet sie von ihren Zeitgenossen – nicht nur über Griechen in Griechenland, sondern hat gleich drei ihrer Romane in den USA angesiedelt. In ihrem Erstling aus dem Jahr 1996, „Sávvato vrády stin ákri tis pólis“ (Ü: Samstagabend am Rande der Stadt), sowie dem in englischer Sprache verfassten „Poor Margo“ (2001) thematisiert Triantafillou mit großer erzählerischer Leichtigkeit die subversiven Glücksträume der jungen Generation in den Metropolen der achtziger Jahre, berichtet von langen, berauschten Nächten, von der Leidenschaft für Kino und Musik, von Freundschaft und Liebe und natürlich immer wieder auch vom Scheitern. In „O ipójios uranos“ (1998; dt. „Der unterirdische Himmel“, 2001) hingegen erzählt sie von der radikalen Entwurzelung und Orientierungslosigkeit der zweiten Emigrantengeneration im amerikanischen Hinterland.

Die geschichtlichen Studien der Autorin, deren spezielles Interesse den Anfängen sozialistischer Politik galt, haben sich in zwei umstrittenen historischen Romanen niedergeschlagen, die der kollektiven Geschichte des Fortschritts einen individuellen Mikrokosmos gegenüberstellen, in dem fiktive Gestalten neben historischen Persönlichkeiten wie Lenin und Rosa Luxemburg stehen. Sorgfältig recherchiert und an einer Fülle von Schauplätzen souverän in Szene gesetzt, folgt „To ergostásio ton molivión“ (2000; dt. „Die Bleistiftfabrik“, 2004) dem mäandernden Schicksal einer unkonventionellen griechischen Familie, die sich aktiv in die revolutionären Prozesse in Technik, Politik und Kunst vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs einzubringen versucht. „Albatros“ (2003) hingegen, Triantafillous aktuelles Werk, zeichnet anhand eines ungleichen Paares die Geschichte der Suffragetten nach.

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