Ferenc Szijj  [ Ungarn ]

Biographie

Ferenc Szijj Portrait
© Jelenkor Editors

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Das Geheimnis des langsamen Lebens
Droschl
Graz, 1992
Übersetzung: Andrea Seidler

Der Tag des Rennens
Droschl
Graz, 1993
Übersetzung: Andrea Seidler

A hurok belseje
Jelenko Kiadó
Pécs, 2004

Sturzlicht: Zwei Bücher zu langen Unfällen
Droschl
Graz, 2005
Übersetzung: Andrea Seidler und György Buda

Übersetzer: Andrea Seidler

Ferenc Szijj wurde 1958 in Szombathely, Ungarn, geboren. Zwischen 1978 und 1984 studierte er in Szeged an der József-Attila-Universität Hungarologie und Germanistik. Nach Abschluss seines Studiums lehrte er an einem Gymnasium Deutsch, arbeitete als Bibliothekar an der Budapester Universitätsbibliothek und wurde 1989 Redakteur der Literaturzeitschrift „Nappali Ház“. Nach der Einstellung der Zeitschrift 1999 redigierte Szijj eine Internet-Zeitschrift. Der erste Gedichtband „A lassú élet titka“ (dt. „Das Geheimnis des langsamen Lebens“, 1992) erschien 1990 in Budapest. Sein Kurzgeschichtenband „A futás napja“ (1992; dt. „Der Tag des Rennens“ 1993, Graz) erlangte in Ungarn Kultstatus. Seine beiden Gedichtsammlungen „A nagy salakmezõ“ (1997; Ü: Die große Schlackenwiese) und „Kéregtorony“ (1999; Ü: Krustenturm) erschienen 2005 in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Sturzlicht: Zwei Bücher zu langen Unfällen“.
In einem Interview erzählt Szijj, er wäre gern Lokführer oder Fußballspieler geworden – aber wegen seiner schwachen Augen ist er am Ende dazu gezwungen worden, seine Brötchen unter schlechten Lichtverhältnissen zu verdienen: mit dem Schreiben. Weiter sagt er von sich: „Ich fühle mich nicht als echter Dichter, der ein Gedicht nach dem anderen schreibt und nur in Gedichten denken kann. Die perfekte stilistische Form hat mich nie besonders gereizt. Ich würde sogar noch weiter gehen: heutzutage interessiert mich auch die grammatikalische Korrektheit nicht besonders – obwohl ich, wenn das jetzt auch nicht allzu unbescheiden klingt, viel Ahnung von Grammatik und Sprachgebrauch habe – als Anwender.“ 2001 veröffentlichte er das Märchenbuch „Szuromberek királyfi“ (Ü: Prinz Szuromberek), das vom Cartoonisten der wöchentlichen Literaturzeitung „Élet és Irodalom“ Gabór Roskó humorvoll illustriert wurde. Szijj übersetzte außerdem deutsche Schriftsteller wie Kafka, Gregor von Rezzori und W. G. Sebald ins Ungarische. Seine literarische Tätigkeit wurde mehrfach ausgezeichnet, so erhielt er verschiedene Stipendien und im Jahr 2000 den Tibor-Déry-Preis sowie 2001 den Attila-József-Preis. Der Autor lebt als freischaffender Schriftsteller in Budapest.

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