Eugene Trivizas  [ Griechenland ]

Biographie

Eugene Trivizas Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Die drei kleinen Wölfe und das große böse Schwein
Sauerländer
Aarau, 1993
[Ü: Rolf Inhauser]
[Ill: Helen Oxenbury]
 
Ta 88 dolmadákia
Kalentis
Athen, 1997
[Ill: Rania Varvaki]

Ta 33 poz poympiinia
Kalentis
Athen
[Ill: Rania Varvaki]

Hé teleftaía mávrí gáta
Ellinika Grammata
Athen, 2001
[Ill: Stephan West]
 
Poios ékane pipi sto Misisipi
Ellinika Grammata
Athen, 2001
[Ill: Kely Matathia Kovo]
 
Despina und die Taube
Ellinika Grammata
Athen, 2001
[Ü: Doris Wille]
[Ill: Maro Alexandrou, Spyros Gousis, N. Kapatsoulia]
 
Eine Schwalbe für Europa
Griechisches Außenministerium
2003
[Ü: Doris Wille]
[Ill: Rania Varvaki]

The village of joy
[Hg. Starbucks]
Papadopoulos
Athen, 2007
[Ill: Natalia Kapatsoulia]

Übersetzer: Niki Eideneier, Rolf Inhauser, Ulf-Dieter Klemm, Doris Wille

Eugene Trivizas, Autor von mehr als 100 Kinderbüchern, wurde 1946 in Athen, Griechenland, geboren und ist einer der bedeutendsten griechischen Kinderbuchautoren der Gegenwart. Er studierte Jura, Politik- und Wirtschaftswissenschaften in Athen, ist promovierter Jurist und Professor für Kriminologie und Vergleichendes Strafrecht an der Universität Reading, Großbritannien. Seit mehr als dreißig Jahren befasst er sich mit nahezu allen Gattungen der Literatur: Märchen, Dichtung, Erzählung, humoristische Geschichtsschreibung, Opernlibretti, Kindertheater, Comics und Lernsoftware.

Trivizas’ Bilderbuch „Ta tría mikrá lykákia“ von 1993 (dt. „Die drei kleinen Wölfe und das große böse Schwein“, 1993) wurde zu einem internationalen Bestseller, nachdem die Bearbeitung des klassischen Märchens jahrelang auf seinem Schreibtisch gelegen hatte, weil kein Verlag ein Buch drucken wollte, in dem der Wolf nicht der Böse, sondern der Gute ist. Zu einem ebenso unterhaltsamen wie tiefsinnigen Werk modernisiert, wurde es in siebzehn Sprachen übersetzt und in die Heinemann-Sammlung der zehn besten klassischen Bilderbücher aller Zeiten aufgenommen. Im Herbst 2003 erschien eine Festausgabe in sieben Sprachen als Pop-up-Buch. Unverwechselbar für Trivizas ist sein surrealistischer Humor und der kreative Umgang mit Sprache. Trivizas ist ein charmanter Märchenerzähler, den man in seinem Un-Ernst ernst nehmen muss, in seiner mit reißenden Begeisterung für das Grenzenlose, Erfundene, Unwahrscheinliche, Traumhafte, für das Wunderschöne und Traurige der Welt. Hinter der märchenhaften und humorvollen „Maske“ seiner Texte verbergen sich ernsthafte gesellschaftliche Themen. Sein 2001 erschienener Roman „Hé teleftaia mavri gata“ ist die Geschichte einer unbarmherzigen Jagd in einer Gesellschaft voller Vorurteile und Aberglauben und ein Plädoyer gegen Ausgrenzung, Verfolgung und Grausamkeit – eindringlich portraitiert aus der Perspektive eines „tierischen“ Protagonisten, der „letzten schwarzen Katze“. Der Roman wurde in mehrere europäische Sprachen übersetzt. Ein außergewöhnliches Buch ist „Ta 88 dolmadákia“ (Ü: „Die 88 Knödel“). Es handelt sich  - wie auch die Fortsetzung „Ta 33 poz poympiinia (Ü: „Die 33 rosafarbenen Rubine“) - um ein „interaktives“ Buch, in dem er seine jugendlichen Leser animiert, Entscheidungen über den Handlungsablauf zu treffen. Zu Trivizas‘ neueren Veröffentlichungen gehören der Olympiaroman „Despina kai to peristeri“ (dt. „Despina und die Taube“, 2001), der vom Organisationsko mit ee der Olympischen Spiele Athen 2004 herausgegeben wurde, und „Ena helidoni gia tin Europi“ (dt. „Eine Schwalbe für Europa“, 2003) - ein bisher einmaliges Buchprojekt für Kinder über das Zusammenwachsen Europas.  Auf sehr sensible Art behandelt Eugene Trivizas das Thema Kindesmissbrauch mit dem Buch „To Lipimeno Arkoudaki“ (engl. „Little Bear in Trouble“, 2005), das 2005 als nichtöffentliche Ausgabe erschien. Es wurde nur ausgewählten Personen und Institutionen zur Verfügung gestellt, die besonders dafür ausgebildet sind, das schwierige Thema Kindern auf angemessene Weise nahe zu bringen. Im Jahr 2007 erschien das Buch „The Village of Joy“, dessen Erlös den griechischen SOS-Kinderdörfen zu Gute kommt. Sein neuestes Projekt ist die Übersetzung seines Buches „To pontikaki pou ithele na angixei ena asteraki“ (Ü: Die kleine Maus, die einen Stern berühren wollte) in einen Animationsfilm, der der griechischen Filmkunst in diesem Bereich zu internationalem Ansehen verhelfen soll.

Eugene Trivizas wurde mit den bedeutendsten Auszeichnungen Griechenlands und einer Vielzahl internationaler Ehrungen bedacht, u.a. war er im Jahr 2006 Finalist des Hans Christian Andersen Award. 1997 konnte er einen spektakulären Prozess gegen den Coca-Cola-Konzern gewinnen, der in Griechenland den Begriff „Fruitopia“ zur Bezeichnung eines Soft-Drinks verwenden wollte. Schon 1985 war Trivizas’ klanggleiches Werk „Frutopia“ erschienen, das als Fernsehserie und Theaterstück Erfolge feierte und Titel einer vielbändigen Comicserie ist. Trivizas‘ Werke wurden für das Theater, Fernsehen und Radio adaptiert, unter die Lesebücher griechischer und amerikanischer Schulen aufgenommen und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Heute ist er der meistgespielte Theaterautor Griechenlands. Er lebt in Reading und Athen.

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