Annika Thor  [ Schweden ]

Biographie

Annika Thor Portrait
©Cato Lein

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Eine Bank am Seerosenteich
Carlsen
Hamburg, 2002

In der Tiefe des Meeres
Carlsen
Hamburg, 2003
[Ü: Angelika Kutsch]

Offenes Meer
Carlsen
Hamburg, 2003
[Ü: Angelika Kutsch]

Wie ein brennender Vogel
Carlsen
Hamburg, 2004
[Ü: Angelika Kutsch]

Ein Kaninchen für Alva
Carlsen
Hamburg, 2005
[Ü: Angelika Kutsch]
[Ill. Heike Vogel]

Ein rotes Herz, ein blauer Schmetterling
Carlsen
Hamburg, 2006
[Ü: Angelika Kutsch]
[Ill. Heike Vogel]

Ich hätte Nein sagen können
Beltz und Gelberg
Weinheim, 2007
[Ü: Angelika Kutsch]

Eine Insel im Meer
Beltz und Gelberg
Weinheim, 2007
[Ü: Angelika Kutsch]

Nu, imorgon!
Månpocket
Stockholm, 2007

Roliga timmen
Bonnier Utbildning
Stockholm, 2007

Sova över
Bonnier Utbildning
Stockholm, 2007

Motljus
Wahlström & Widstrand
Stockholm, 2008

Loves kanin
Bonnier Carlsen
Stockholm, 2008

De nya skorna
Bonnier Carlsen
Stockholm, 2008

Übersetzerin: Angelika Kutsch

Annika Thor wurde 1950 als Kind jüdischer Eltern in Göteborg, Schweden, geboren. In ihrer Heimat machte sich die gelernte Bibliothekarin zunächst als Film- und Fernsehkritikerin einen Namen, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern, Theaterstücken, Film- und TV-Drehbüchern widmete. Inzwischen gehört Annika Thor zu den bekanntesten schwedischen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Ihre Romane wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.

Schon ihr Debüt „En ö i havet“ von 1996 (dt. „Eine Insel im Meer“, 1998) wurde von Kritik und Leserschaft begeistert aufgenommen. Der Jugendroman wurde 1996 für den höchsten Literaturpreis Schwedens, den Augustpriset, nominiert und 1999 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. „Eine Insel im Meer“ ist der erste von vier Romanen, in denen die Autorin die Geschichte der jüdischen Schwestern Steffi und Nelli erzählt, die 1939 von ihren Eltern aus Wien ins schwedische Exil geschickt werden, um sie vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu schützen. In ihrer Tetralogie folgt sie den beiden Mädchen durch ihre Jugendjahre und schildert den manchmal schwierigen, manchmal unbeschwerten Alltag der Flüchtlingskinder. Indem sie die Geschehnisse aus der Perspektive ihrer Protagonistinnen beschreibt, werden menschliche Tugenden und Bösartigkeiten gleichermaßen lebendig und verständlich.

Zeitgleich mit der preisgekrönten Verfilmung von Christina Olofson, für die Annika Thor das ebenfalls prämierte Drehbuch schrieb, erschien 1997 ihr Roman „Sanning eller konsekvens“ (dt. „Ich hätte Nein sagen können“, 1998), der in Schweden mit dem Augustpriset prämiert wurde und einen der wichtigsten literarischen Beiträge zum Thema Mobbing unter Schülern darstellt. Aus der Perspektive der zwölfjährigen Nora , die fürchtet, ihre beste Freundin an Fanny und ihre Clique verloren zu haben und sich auf keinen Fall mit der unbeliebten Karin „abgeben“ möchte, erzählt die Autorin von Gruppenzwang, Angst vor Ausgrenzung und den Boshaftigkeiten des Schulalltags. Annika Thor entwickelt ein einfühlsames, niemals anbiederndes Lehrstück, das ohne jede Schulmeisterlichkeit dazu auffordert, Mitmenschen mit Respekt zu behandeln und die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

Annika Thors erstes Kinderbuch „Rött hjärta blå fjäril“ (2002; dt. „Ein rotes Herz, ein blauer Schmetterling“), die charmante Liebesgeschichte zwischen den Grundschülern Alva und Love, erschien 2003 in deutscher Übersetzung und wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2004 nominiert. Ihre Fortsetzung findet die Geschichte in „Pirr i magen, klump i halsen“ (2003, dt. „Ein Kaninchen für Alva“, 2005), das auf bittersüße Weise beschreibt, wie sich Alva und Love trennen, ihre Freundschaft aber wegen ihres gemeinsamen Interesses an Kaninchen erhalten bleibt. Als Drehbuchautorin adaptierte Thor ihre Tetralogie über Steffi und Nelli, die als Vierteiler im Dezember 2003 im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Autorin lebt in Stockholm.

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