Alberto Ruy Sánchez  [ Mexiko ]

Biographie

Alberto Ruy Sánchez Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2003.

Bibliographie

Los demonios de la lengua
La Orquesta
México, 1987

Octavio Paz – Leben und Werk
Suhrkamp
Frankfurt a. M., 1991
[Ü: Thomas Brovot]

Los jardines secretos de Mogador
Alfaguara
Madrid, 2002

Decir es desear

Alfaguara
Madrid, 2011

Quinteto de Mogador

Alfaguara
Madrid, 2014

Alberto Ruy Sánchez wurde 1951 in Mexiko-Stadt geboren. Nach einem Studium der Informations- und Kommunikationswissenschaften an der Universidad Iberoamericana in Mexiko-Stadt lebte er von 1975 bis 1982 in Paris, wo er bei Roland Barthes, Gilles Deleuze und Jacques Rancière seine Studien u.~a. in den Bereichen Film sowie Philosophie erweiterte und 1980 promovierte. Seitdem arbeitet Ruy Sánchez als Autor und Herausgeber. 1984 bis 1986 war er Redaktionssekretär der legendären, von Octavio Paz herausgegebenen Zeitschrift »Vuelta«. Seit 1988 ist er Herausgeber der renommierten Kunstzeitschrift »Artes de México« und Leiter des gleichnamigen Verlags in Mexiko-Stadt. 2006 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Premio Juan Pablos al Mérito Editorial geehrt.

Zu der Literatur, die ihn beeinflusst hat, gehören Texte von Herman Melville, Ezra Pound, William Carlos Williams, Langston Hughes und Robert Frost. Ruy Sánchez veröffentlichte bisher 25 Werke, die u.~a. ins Englische, Französische und ins Arabische übertragen wurden und für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Sein Romanerstling »Los nombres del aire« (Ü: Die Namen der Luft) erhielt 1987 mit dem Xavier-Villaurrutia-Preis den wichtigsten Literaturpreis Mexikos und gilt seither als Kultbuch, das jährlich Neuauflagen erlebt. Der Kurzroman beschreibt das erwachende Begehren einer jungen Muslimin und ihre rastlosen Streifzüge durch die Stadt Mogador auf der Suche nach erotischer Erfüllung. Ruy Sánchez verbindet hier Elemente des magischen Realismus mit arabischer Mystik und beschwört eine Stimmung von Sinnlichkeit und Spiritualität im islamischen Alltag. Mogador ist der alte Name der Stadt Essaouria an der marokkanischen Atlantikküste und bildet den imaginären Mittelpunkt des narrativen Labyrinths, zu dem er in späteren Werken immer wieder zurückkehrte, zum Beispiel in der Erzählung »De cómo llegó a Mogador la Melancolía« (1999; Ü: Wie die Melancholie nach Mogador kam) oder seinen Prosawerken »Los jardines secretos de Mogador« (2002; Ü: Die geheimen Gärten von Mogador) und »Nueve Veces El Asombro« (2005; Ü: Neunfaches Erstaunen). Ruy Sánchez publizierte zudem Gedichte, darunter einen Haiku-Zyklus, und Essaysammlungen. Zuletzt erschienen nach dem Lyrikband »Decir es desear« (2011; Ü: Sag, es ist erwünscht) der Roman »Quinteto de Mogador« (2014; Ü: Quintett von Mogador) sowie der Essay »Octavio Paz: cuenta y canta la higuera« (2014; Ü: Octavio Paz hat einen Feigenbaum und singt). Seine Arbeiten zur Literatur, Kunst, Philosophie, Erotik und zum Film haben ihm den Ruf »eines der besten Essayisten Mexikos« (Octavio Paz) eingebracht. Auf Deutsch wurde bisher nur seine Monografie »Octavio Paz. Leben und Werk. Eine Einführung« (1991) verlegt.

Bis 2003 leitete Ruy Sanchez das Sommerprogramm im Fach Kreatives Schreiben am kanadischen Banff Centre for the Arts. Der Autor lebt in Mexiko-Stadt.

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