Schuldt  [ Deutschland ]

Biographie

Herbert Schuldt Portrait
© Joseph Dalton

Gast des ilb 2001, 2018.

Bibliographie

Steinigung der Nacht
Panderma
Basel, 1960
Ill: Hans Platschek
Blut des Metronomen
Hagar
Bruehl, 1965
Zweifel
DuMont
Köln, 1967
Mamelucken antworten
Edition Neue Texte
Linz, 1984
Lustrufe im Garten
Droschl
Graz, 1998
Olga at the Cosmic Door. BHs, Parfüms, und Bars - Schlagzeilen aus New York
Verlag der Buchhandlung Walther König
Köln, 2000

Zuletzt erschienen: 

In Togo, dunkel
[Ethnogr. Berichte]
Rowohlt
Reinbek, 2013
Deutschland aufsagen,
Deutschland nachsagen
[CD Hörspiel, Essays]
Belleville
München, 2015
Stigmata
[Fotos, Essays]
Walther König
Köln, 2015
Skip It If You Can
[Percussion Poems, CD]
Segue Books
New York, 2017
Belleville
München, 2017
Im Frühjahr 2019 erscheint:
Hamburgische Schule des Lebens und der Arbeit
Berenberg Verlag
Berlin, 2019

Seine geschickten Fälschungen, hat man gesagt, schenken der Welt ein zweites Leben. So berichtet Schuldt etwa in seinem Buch »In Togo, dunkel« von Expeditionen ins alte Japan, nach Afrika und in den Amazonas-Dschungel. Man versteht nichts. Das Ringen mit dem Unverstandenen ist das Drama. Die Kette der Missverständnisse wird zum Fest der Fantasie. Am Ende steht der Europäer als der Exot da, dessen unsinnige Ideen und Lebenspraktiken der Leser nicht mehr glauben kann.

Schuldt erfindet, was man mit Sprache noch nicht gemacht hat. Ein Gelehrter voller Schalk, ein mad scientist, ein linguistischer Konstruktivist. Manche seiner Werke sind komponiert, als wären sie einem musikalischen, mathematischen oder architektonischen Denken entsprungen. Ausgeführt werden sie aber vorzugsweise in einem garstigen, knirschenden Realismus. Ebensolche Zwitter aus Abstraktion und Realismus sind seine großflächigen Bilder chinesischer Schrift auf verfallenden Mauern, die weltweit ausgestellt wurden.

Seit 2012 arbeitet der Autor an »Opprobrium«, einem satirisch-kritischen Wörterbuch, einem Jahrhundertwerk zur Durchleuchtung der deutschen Sprache und Gegenwart.

Schuldt, geboren 1941, ist in der rauen Hafenstadt Hamburg aufgewachsen. Seine erste Ausstellung »von nichts« verursachte einen Skandal bis nach Japan. Er hat Sprachen aufgesogen, in London, Paris, Amsterdam gelebt und von 1978 bis 2000 in New York, bis er dann für fast ein Jahrzehnt in die entlegensten Teile Chinas verschwand. Seither hat er woanders ein paar Bücher aus dem Ärmel geschüttelt und ist jetzt wieder in New York.

 

 

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